Mit nur zwei Gegenstimmen und demzufolge überwältigender Mehrheit haben sich die Vertreterinnen und Vertreter der Sport-Fachverbände der Meinung des Präsidiums des LSVS in der virtuellen Vorstandssitzung (09.12.2020) angeschlossen und vor der Anerkennung von E-Sport als Sport und den damit verbundenen Gefahren gewarnt. Von einem Dammbruch und von Sorgen um die Gemeinnützigkeit war in den Wortbeiträgen der Delegierten die Rede, sollte eGaming Teil des organisierten Sports werden. Mit ihrem eindeutigen Votum wenden sich die Vertreter der Verbände und Vereine im Lande gerade in der jetzigen durch die Corona-Pandemie entstandenen Situation, in der der Trainings- und Wettkampfbetrieb zum Erliegen gekommen ist, dagegen, virtuelle Sportarten und eGaming hoffähig zu machen und dadurch der Gesundheitsgefährdung durch Bewegungsmangel gerade bei den Jugendlichen Vorschub zu leisten.
Sie schließen sich zugleich den Beschlüssen der Konferenz der Landessportbünde vom Anfang des Monats Dezember an. Darin heißt es u.a. der organisierte Sport müsse eine Art Selbstverpflichtung eingehen, bestimmte Produkte oder Produktgruppen des E-Sports (mindestens im gemeinnützigen Bereich) nicht zu nutzen und sich auf ein Modell mit den geringsten negativen Folgen für die Vereine und Verbände zu verständigen. Mit einer Ausnahme (Schach) müsse im Verständnis der Verbandsvertreter jede Sportart eine sportartbestimmende motorische Aktivität zum Ziel haben; die eigenmotorische Aktivität müsse im Vordergrund stehen. Zugleich warnten die Experten vor der mit eGaming verbundenen Suchtgefahr.
Die Verbände stellten demgegenüber die positiven Auswirkungen des Vereins- und Verbandssports gerade im sozialen und gesundheitlichen Bereich heraus - Faktoren, die eGaming nicht bieten könne. Wir bejahen die Digitalisierung im Sport - aber nicht in der Form von eGaming.
Die beiden amtierenden Vizepräsidenten Bodo Wilhelmi und Gottfried Hares machten aus ihrer Verwunderung keinen Hehl, dass die Landesregierung vor der Verabschiedung ihres Haushalts und der darin festgelegten Förderung des E-Sports mit 200.000 Euro in den beiden kommenden Jahren nicht den Kontakt zum LSVS gesucht habe. Wir hätten erwartet, dass von Seiten der Politik unsere Einschätzung bei diesem Thema erfragt worden wäre. In einer Zeit, in der die Vereine mit dem Überleben kämpfen müssen, ist eine großzügige Förderung des E-Sports den ehrenamtlich agierenden Vereins- und Verbandsvertretern nicht vermittelbar. Vor einer Stellungnahme haben wir - wie es guter Brauch ist - das Meinungsbild der Fachverbände abgewartet. Wir hoffen, mit dem nunmehr vorliegenden gemeinschaftlichen Votum des Sports in unserem Lande, die Regierung zum Einlenken bewegen zu können.
