Spektakuläre Aktionen begleiten 4. Fackellauf im Landkreis Saarlouis

LSVS

Der vierte Fackellauf vor den Nationalen Spielen von Special Olympics im Saarland bot im Landkreis Saarlouis spektakuläre Aktionen und Attraktionen. In der Luft, auf dem Wasser und zu Land wurde die „Flamme der Hoffnung“ lautstark, bildgewaltig und stimmungsvoll bis zum Abschluss auf dem Ravelin V der Kreisstadt Saarlouis der Öffentlichkeit präsentiert.

Zugiger Start, feuchtes Zwischenspiel und ein „Finale furioso“ in der Kreisstadt

Vom frühen Morgen an richtet sich beim Fackellauf im Landkreis Saarlouis, der vierten von sieben Stationen vor den am Montag (15. Juni) beginnenden Nationalen Spielen von Special Olympics 2026 im Saarland, der Blick aller Beteiligten immer wieder gebannt gen Himmel. Schließlich ist der spektakuläre Start am Vormittag eng an günstige äußere Bedingungen geknüpft. Wo auf der Fahrt zum „Saarpolygon“, dem Schauplatz der ersten atemberaubenden Fackel-Station des Tages, beim Blick nach oben noch Zweifel aufkommen, werden diese auf dem Plateau der Ensdorfer Berghalde im Schatten des weithin sichtbaren Wahrzeichens zusehends geringer. Die dichte tiefgraue Wolkendecke lichtet sich, der Glanz der Morgensonne legt sich geradezu pünktlich über die Halde mit der imposanten stählernen Skulptur darauf, zudem stimmen die regelmäßigen Windmessungen – es gibt grünes Licht. Hunderte großer Schüleraugen blicken daraufhin gespannt hinauf zum Firmament, wo sich der plötzlich aufgetauchte dunkelblaue Punkt schnell nähernd als Fallschirmspringer entpuppt – gefolgt von einer Punktlandung, die Nils Kammer unter dem tosenden Applaus der vielen Zuseher hinlegt. Perfekt landet der Gresaubacher auf der nicht gerade großen Matte. Er entledigt sich des Fallschirms und präsentiert die „Flamme der Hoffnung“, verwahrt in der goldenen Replik einer saarländischen Grubenlampe, die er aus seinem Anzug hervorgeholt hat. „Er hat das echt klasse gemacht, der Weltmeister“, hält Sasha nach diesem spektakulären Auftakt im Landkreis Saarlouis lächelnd fest. Der 13-Jährige von der Waldschule Saarwellingen war einer der sechs Fackelträger der Fördereinrichtung, die nach dem atemberaubenden Auftritt des ehemaligen Militär-Weltmeisters im Fallschirmspringen die Flamme bei einem Staffellauf auf dem Plateau präsentierten – vor dem Spalier der vielen Schüler, Gästen aus Politik und Gesellschaft sowie Vertretern der Gastgeber der Spiele, allen voran Reinhold Jost.

Der saarländische Innenminister zeigt sich begeistert von der Szenerie auf der Bergehalde. Es ist der stimmungsvolle Start, der die Vorfreude vor dem anstehenden Höhepunkt bestmöglich transportiert, wenn vom 15. bis 20. Juni über 4.000 Special Olympics-Athleten und viele Unified-Partner ohne Behinderung im gesamten Saarland beim größten Sportereignis in der saarländischen Geschichte dabei sind. Die Nationalen Spielen der weltweit größten Sportbewegung für Menschen mit geistiger Behinderung finden dabei in allen fünf Landkreisen und dem Regionalverband statt. Auch die Waldschule Saarwellingen hatte bei der größten inklusiven Sportveranstaltung Deutschlands auf eine Teilnahme gehofft. Das habe leider aufgrund unvorhergesehener Probleme nicht geklappt, erklärt Schulleiter Jens Annawald. Die Mitgestaltung des Fackellaufs am Saarpolygon ist für Sasha und seine Mitschüler Darja (13 Jahre), Claudia (18), Kim (18) und Sören (16), die neben Annawald von Lehrkraft Hanna Naspudic begleitet werden, zumindest ein Trost. Unter den Klängen der Bergkapelle Saar freuen sich die vielen, insgesamt über 300 Schüler von der Bisttalschule Wadgassen-Bous am Standort Hostenbach, von der Grundschule Ensdorf und der Johannes-Gutenberg-Schule Schwalbach vor Ort über den spektakulären und spannenden Ausflug. „Wir sind sehr glücklich und froh, hier einfach einen schönen Tag zusammen zu haben, dieses tolle Fackellauf-Event zu erleben und den inklusiven Gedanken der Special Olympics aufzugreifen und zu transportieren“, betont Ralf Frank, der Schulleiter der Bisttalschule, deren Schüler mit drei Bussen der Kreisverkehrsbetriebe (KVS) Saarlouis angereist sind. Die Freude aller Beteiligten über den sehr gelungenen Start in den Fackeltag im Landkreis wird durch den wegen ungünstiger Windbedingungen abgeblasenen Paragliding-Part mit geplantem Transport der Flamme zum Bürgermitmachfest am Sportzentrum Ensdorf nicht wirklich getrübt.

Fast 1.500 Besucher am Fuß der Bergehalde, stimmungsvoller Empfang bei der Dillinger Hütte

Am Fuße der Bergehalde herrscht rund um das Sportzentrum daraufhin reges Treiben. Bis zu 1.400 Besucher und Mitwirkende werden dort am Vormittag gezählt. Neben den rund 500 Schülern steuern zahlreiche Vereine und Verbände ihren Teil zum harmonischen und stimmungsvollen Miteinander am Fuße des Saarpolygons bei, darunter AWO-Werksbeschäftigte, Seniorenzentren, die Lebenshilfe, das Kirchenmobil, der ansässige Kneippverein, Deutsches Rotes Kreuz, die Sänger vom Passensemble, Repräsentanten der RAG als speziellem Förderer der Spiele und natürlich die lokale Politikprominenz um den Saarlouiser Landrat Patrik Lauer und Ensdorfs Bürgermeister Jörg Wilhelmy sowie viele interessierte Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis. „Es war großartig zu sehen, wie viele Menschen oben beim Saarpolygon dabei waren. Und wie viele jetzt auch hier unten beim Fest in Ensdorf dabei sind. Mein Respekt und meine Anerkennung an Jörg und Patrik, die das hier in dieser Form ermöglicht haben“, richtet Innenminister Jost in seiner Begrüßung in Ensdorf warme Worte an die Organisatoren vor Ort: „Ein spezieller Dank geht nicht zuletzt an Christine Ney und ihr Team vom Landkreis, die an diesem Tag ein wunderbares Programm auf die Beine gestellt haben“, ergänzt Jost, der zudem Fackel-Schlussläufer Marvin stellvertretend für alle Fackelläufer seine „große Anerkennung“ aussprach. Er sei „dankbar und stolz, dass die Nationalen Spiele hier bei uns im Saarland stattfinden“, auch, was das Engagement der Sponsoren und Unterstützer des Ganzen angehe. Herausragend sei gerade die Beteiligung der saarländischen Schulen im Rahmen von Schul- und Fanprojekten. Wohl weit über 10.000 Schülerinnen und Schüler werden im Rahmen der Nationalen Spiele in breiter Form involviert sein. „Diese Beteiligung ist besonders – und auch besonders wertvoll“, so der Minister. Landrat Lauer stößt in dieselbe Kerbe, würdigt speziell die Schüler der Waldschule mit einem Extralob und auch die herausragende Organisation des Teams um Ney und Ulrike Paulmann vom Landkreis.

Nach dem toll besuchten Mitmachfest „reist“ die Fackel samt Entourage weiter zu einem geschichtsträchtigen Ort, der den Bergbau als wichtigen Teil der saarländischen Historie und Identität nochmals in den Fokus rückt. Auf dem Werksgelände der „Dillinger Hütte“ wird die Flamme der Hoffnung durch Azubis, die Schwerbehindertenvertretung, Betriebsrat und Konzernleitung sowie Betriebssportgruppen der Dillinger Hütte zu den musikalischen Klängen der Werkskapelle freundlichst empfangen. Beim anschließenden Fackellauf über das Gelände steht auch Luca Biwer im Fokus. Der ehemalige Werksstudent und Mitarbeiter der Dillinger Hütte ist seit einem schweren Radsportunfall auf einen Rollstuhl angewiesen. Auf dem Werksgelände hilft er sichtlich stolz mit, die Fackel durch das Spalier der applaudierenden Beschäftigten zu geleiten. Innenminister Jost lobt Biwer als großes Vorbild: „Er hat Mut, Kraft und Willen aufgebracht, um zu zeigen, was er trotz seines Handicaps zu leisten imstande ist“, betont Jost und sichert der Stahlindustrie als solche seine anhaltende Unterstützung zu. Vor der Fackel-Runde über das Betriebsgelände, die zudem von der Pure Steel-Radstaffel Unterstützung erfährt, hatten die Gastgeber von der Dillinger Hütte ihre Gäste wärmstens begrüßt: „Es ist mir persönlich und uns allen eine große Ehre, Teil dieses besonderen Fackeltags und Anlasses zu sein“, betont Arbeitsdirektor und Vorstandsmitglied Jörg Disteldorf: „Gemeinschaft und Inklusion sind Begriffe, die in unserem Konzern stets hochgehalten werden. Sie sind Teil der Unternehmenskultur – umso mehr sind wir sehr gerne heute Gastgeber.“

Großaufkommen bei der AWO in Pachten, stimmungsvolle „Fackel-Regatta“ auf der Saar

Im Anschluss führt die Flamme der Hoffnung ihr Weg zum Treffpunkt der Arbeiterwohlfahrt (AWO) an der Werkstatt des Verbunds für Inklusion und Bildung (VIB), wo der nächste Fackellauf im Landkreis Saarlouis unter der sehr erfreulichen Beteiligung verschiedener Institutionen, Verbände und Bürger durch das Wohngebiet im Dillinger Stadtteil Pachten führt. Zuvor begrüßt Ines Reimann-Matheis, Landesgeschäftsführerin a.D. der AWO im Saarland, die vielen anwesenden Gäste: „Die Flamme der Hoffnung steht für Visionen, für Teilhabe und die Überzeugung, dass jeder Mensch seine Talente besitzt und zu unserer Gesellschaft ohne Wenn und Aber dazugehört“, sagt sie in ihrer mit großem Applaus bedachten Rede. Die AWO im Landkreis sei heute mit 41 Special-Athleten vor Ort vertreten. Die zehn Fackelträger beim Lauf durch Pachten bis zur Abzweigung hin zum Dillinger Ökosee (Marvin, Elias, Emre, Nicole, Stefanie, Marc, Lea, Kevin, Dennis und Christian) stünden „stellvertretend für alle anderen und zeigen, was alles möglich ist, wenn Chancen geschaffen und Barrieren abgebaut werden“, betont Reimann-Matheis. Bevor sie an Minister Jost das Wort übergibt, verweist auch sie auf die herausragende Organisation des Fackellaufs im Landkreis, nennt Christine Ney und Julia Brill stellvertretend für die tolle geleistete Arbeit und Vorbereitung. Gleiches tut der Minister, der das „großartige, stimmungsvolle Bild bei der AWO, die seit gut einem Jahrhundert zeigt, dass alle Menschen zur Gesellschaft dazugehören“, besonders hervorhebt. Dillingens Bürgermeister Christian Finkler zeigt sich „stolz, wie viele Menschen hier zusammengekommen sind. Es wird gleich auch sehr emotional werden, wenn wir gemeinsam mit den Fackelträgern im Drachenboot die Flamme weiter durch den Kreis fahren“, ist Finkler vorfreudig. Nach dem Zug durch Pachten, der unter den rhythmischen Trommelschlägen der Dillinger Musikgruppe „Gugge Mol“, mit mehreren Fackelträgerwechseln bis zur Straße „Zum Bootshaus“ führt, geht die Flamme übers Wasser. In einer „Flotte“ aus mehreren Drachenbooten und anderer Begleitboote von Wasserschutzpolizei und DLRG wird die Fackel vom Kanu-Club Dillingen auf der Saar nach Saarlouis gebracht.

Nach dem Start in Dillingen erreicht die „Fackellauf-Flotte“ nach wenigen Minuten den Kanu-Club Undine Saarlouis, wo während einer „Ehrenrunde“ auf der Saar Innenminister Jost die „großartige Unterstützung“ durch Wasserschutzpolizei, DLRG und die vielzählig vor Ort in der Kreisstadt vertretene Bundeswehr hervorhebt. Derweil begrüßt der Saarlouiser Oberbürgermeister Marc Speicher die offiziellen und schaulustigen Gäste und äußert sich vorfreudig mit Blick auf das anstehende Großereignis der Nationalen Spiele, das in Saarlouis in der Stadtgarten- sowie der Fliesenhalle die Handball-Wettbewerbe beheimatet. „Der heutige Tag ist für unsere Stadt ein stolzes Datum – und es ist eine stolze Woche, die vor uns liegt“, betont Speicher. Nach einem „Get together“ beim Kanu-Club Undine und kleinem Imbiss folgt die krönende Abschlussetappe dieses Fackellauf-Tags im Landkreis Saarlouis: Unter der starken Präsenz der ansässigen Vereine des Saarländischen Turnerbunds (STB), deren rote T-Shirts die eindeutig dominierende Farbe beim Treffpunkt am „Kleinen Markt“ in Saarlouis sind, herrscht bei lauter Musik beste Laune und spürbar Vorfreude unter den Anwesenden. Allein aus den fünf Vereinen des STB sind etwa 200 junge Turnerinnen und Turner vor Ort, die nach einer kleinen Einrad-Vorführung kurz vor dem Start zum Fackellauf ein beeindruckendes Bild abgeben. Die hunderten wedelnden kleinen Fähnchen der Turner in ihren roten Jerseys geben unter dem blauen Startbogen des „Fackel-Sponsors“ IKK Südwest ein spektakuläres Bild ab. Mit dabei sind die Vereine TV Saarlouis, TSV Saarlouis Steinrausch Fraulautern, TV Germania Dillingen, TV Roden und der Verein zur Förderung des Gerätturnens, die im Jahr 2028 mit dem Landesturnfest einen weiteren Höhepunkt vor Ort erwarten.

Nach der roten Turnerflut am kleinen Markt folgt der große Marsch zum Ravelin

„Wir wollen mit den Nationalen Spielen Grenzen überwinden – heute haben wir gezeigt, dass wir die Elemente Erde, Wasser und Luft beherrschen“, blickt Landrat Lauer vor dem Start des letzten Fackellaufs über den Großen Markt hin auf den Ravelin V zum dortigen Konzert und Ausklang des unterhaltsamen Tages erfreut zurück. Lässt für die vielen Besucher einen ereignisreichen Aufenthalt im Landkreis Saarlouis Revue passieren, einhergehend mit einem großen Lob an die involvierten Verbände, Vereine, Institutionen und sonstigen Helferinnen und Helfer. Auf dem Ravelin V kommt nach dem letzten Lauf mit über eintausend Teilnehmern eine ähnlich große Zahl an Menschen zum unterhaltsamen Auftritt der Musikband „Dreierpasch“ zusammen, die im Schatten der untergehenden Sonne nochmal für beste Unterhaltung und das krönende Ende dieses überaus gelungenen Fackellauf-Tags im Landkreis sorgt. Zuvor hatten das Blasorchester der Feuerwehr und viele Bundeswehrsoldaten den Staffelzug feierlich willkommen geheißen – und das werden sie im Saarlouiser Landkreis auch im Zusammenhang mit den vielen Athleten der Nationalen Spiele 2026 und den ebenfalls zahlreich erwarteten Zuschauern beim Handball vor Ort genau so handhaben.