Mitte Mai war die „Flamme der Hoffnung“ in Berlin entzündet worden. Knapp zwei Wochen vor Beginn der Nationalen Spiele von Special Olympics erreichte sie an diesem Dienstag (2.6.) das Saarland, wo vom 15. bis 20. Juni 2026 die nationalen Wettbewerbe der weltweit größten Sportbewegung für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung erstmals Station machen. Im Herzen Europas werden dann zum ersten Mal Spiele in einem ganzen Bundesland ausgetragen, noch dazu über Landesgrenzen hinaus. Im französischen Forbach finden die Wettbewerbe im Schwimmen statt, als einer von insgesamt 27 Sportarten im Programm der Nationalen Spiele, die über das Host Town-Programm zudem erstmals internationale Delegationen bei den sportlichen Entscheidungen begrüßen. Als starkes Zeichen für den europäischen Gedanken erfolgte der Startschuss zum ersten Fackellauf im Landkreis Merzig-Wadern – es folgen der Regionalverband und die weiteren Landkreise – an einem für den Kontinent geschichtsträchtigen Ort im benachbarten Luxemburg.
Am europäischen Museum in Schengen, wo das für Europa so bedeutende Schengener Abkommen im Rahmen einer Dauerausstellung gewürdigt wird, präsentierte Noah Jäckel den Anwesenden die in einer Grubenlampe transportierte Flamme. Der junge Radsportler vom MTB Sport Saar-Obermosel machte sich wenig später mit einer Rad-Staffel aus jungen und älteren Begleitern, lanciert von der Polizei, auf den Weg über die Moselbrücke ins saarländische Perl, wo am deutsch-luxemburgischen Schengen-Lyzeum der erste Empfang auf saarländischem Boden erfolgte. Schengens Bürgermeister Michel Gloden hielt fest: „Es ist eine große Ehre für uns, ein kleines Puzzleteil dieses bedeutenden Ereignisses sein zu dürfen. Sport verbindet Generationen von Menschen. Ich wünsche Special Olympics tollen Erfolg und bin froh, dass wir das gemeinsam hier im Dreiländereck machen.“ Es gebe keinen besseren Ort, um „die Fackelläufe hier im Herzen Europas im Dreiländereck zu eröffnen“, betonte Bildungs-Staatssekretärin Jessica Heide, bevor sie der Landrätin des Landkreises Merzig-Wadern Daniela Schlegel-Friedrich das „Staffelholz“ mit der Grubenlampe feierlich übergab.
Perls Bürgermeister Ralf Uhlenbruch zeigte sich erfreut, die bereits bei den Weltspielen gemachte Erfahrung als Host Town erneut erleben zu dürfen, wenn eine finnische Delegation in Perl zu Gast sein wird, und hob die „herausragende gesellschaftliche Bedeutung“ der Spiele hervor. Am Schengen-Lyzeum wurde die Flamme der Hoffnung von rund 350 Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen 5 bis 7 erwartet, die auf der großzügigen Sportanlage der Schule beim inklusiven Sportfest dem Regen erfolgreich trotzten. Weiter führte die Fahrradstaffel samt Flamme ihr Weg nach Wehingen in die Gemeinde Mettlach, wo sie beim Empfang in einer weiteren Host Town bei der Ankunft mit großem Applaus und warmen Sonnenstrahlen in Empfang genommen wurde. Mettlachs Bürgermeister Daniel Kiefer verwies auf „den gemeinschaftlichen Geist“, der mit den Nationalen Spielen einhergehe, wünschte diesen „einen tollen Verlauf und viele tolle Begegnungen.“ Adrian Schmitz vom Verein Herzensengel betonte mit Blick auf das Großereignis mit über 13.000 akkreditierten Gästen: „Inklusion leben und auch spüren: das sind die Special Olympics.“
Die Vorfreude bei drei jungen Specials von der Schule am Ökosee in Dillingen war wenige Tage vor dem Höhepunkt in der saarländischen Heimat schon mal riesig, wie Schwimmer Giuseppe, Sportgymnastin Sophia und Leichtathlet Yousef im Beisein der Schulkameraden Elias, Lara und Giuseppes Unified-Partnerin Diana vollauf bestätigten. „Nervös bin ich nicht, ich freue mich. Das wird rischdisch gudd“, betonte Giuseppe. Bei der letzten Station im „Grünen Kreis“ bereiteten im Merziger Blättelborn-Stadion rund eintausend Drittklässler aller Grund- und Förderschulen des Landkreises der fahrenden Flamme einen begeisternden Empfang. Mit wehenden Fähnchen standen die Kinder, die sich zuvor beim Sport- und Spielfest in Merzig nach Herzenslust ausgetobt hatten, beim Einzug der Fahrradstaffel ins Stadion Spalier – starke Bilder, große Emotionen und ein Vorgeschmack auf die Spiele. „Die Fackelläufe werden in den Tagen vor den Special Olympics Nationalen Spielen die Vorfreude der Saarländerinnen und Saarländer auf die Spiele weiter steigern und zeigen, was Zusammenhalt, Teilhabe und echte Inklusion im Saarland bedeutet“, sagte Innenminister Reinhold Jost.
Der nächste Fackellauf ist der des Regionalverbands Saarbrücken am kommenden Samstag, den 6. Juni, wenn nach dem Startschuss in Forbach und Empfängen in Kleinblittersdorf, Völklingen und Riegelsberg der Abschluss am SPORTCAMPUS SAAR in Saarbrücken erfolgt, wo an diesem Tag um 14 Uhr der PureSteel+ SaarSportTag des Landessportverbands für das Saarland in den Fackeltag integriert ist. Dort haben Interessierte, Kinder und Familien die einmalige Gelegenheit, das komplette saarländische Sportpaket an einem Ort zu erleben und bei den vielen Mitmachangeboten herauszufinden, welcher Sport am besten zu einem passt. LSVS-Vorstand Johannes Kopkow brachte in Merzig seine Vorfreude hinsichtlich der Nationalen Spiele zum Ausdruck und lud die eintausend Schülerinnen und Schüler vor Ort persönlich zum PureSteel+ SaarSportTag ein. Am Abend erfolgte beim Tennisclub „Schwarz-Weiß“ Merzig, an einer der zehn Wettkampfstätten bei den Nationalen Spielen, der Ausklang des ersten Fackellauftags.
Einen Tag nach dem Saarbrücker Fackellauf folgt am Sonntag, den 7. Juni der Landkreis Neunkirchen. Am 11. Juni steht der Fackellauf im Landkreis Saarlouis an, am 12. Juni im Landkreis St. Wendel und am 13. Juni im Saarpfalz-Kreis. Die Fackelläufe münden in den Höhepunkt des Hinführungszeremoniells am 15. Juni in Saarbrücken, wenn im Ludwigsparkstadion die Eröffnungsfeier der ersten Nationalen Spiele von Special Olympics im Saarland steigt.

