Seit 1975 betreute er als Verbandsarzt Athletinnen und Athleten auf nationaler und internationaler Ebene. Im deutschen und internationalen Gewichthebersport genoss der Mediziner hohes Ansehen. Er prägte den deutschen Gewichthebersport über vier Jahrzehnte hinweg. Bereits seit 1980 gehörte er der Medizinischen Kommission des Internationalen Gewichtheberverbandes an. Im Saarland hat Bernd Dörr seinen Heimatverein AC Heros Wemmetsweiler über viele Jahre hinweg nachhaltig geprägt. Von 1966 bis 1976 war er als Trainer in dem saarländischen Gewichtheberverein aktiv. Der Landesausschuss für Leistungssport im LSVS (LA-L) ehrte Dr. Bernd Dörr 2017 für sein Lebenswerk.
Das Besondere, was auch Athletinnen und Athleten wie etwa die Olympia-Teilnehmer im Badminton wie Marc Zwiebler und Olga Konon an ihm schätzten, war seine positive, offene und persönliche Art, welche gepaart mit seinem unglaublichen praktischen Können und fachlichen Wissen zu einem echten Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Sportlern führte. Seine berufliche Basis hatte Dr. Dörr von 1979 bis 2014 als Hausarzt mit seiner Praxis in Wemmetsweiler. Unzählige Male waren dort auch saarländische Spitzensportler vorstellig geworden. Wenn Not am Mann war und die Zeit drängte, war Bernd Dörr auch nie kurzfristig der Weg an die damalige Hermann-Neuberger-Sportschule zu weit, um die Athleten direkt am Trainingsort zu versorgen. Von 1988 bis 2017 war Bernd Dörr Arzt des Olympiastützpunktes Saarbrücken, in dieser Zeit nahm er an sechs Olympischen Spielen teil. Dort betreute er die Sportarten Rudern und Badminton, aber insbesondere natürlich die Gewichtheber – wo er von 1975 bis 2008 leitender Verbandsarzt war.Für seine Verdienste wurde Dr. Bernd Dörr 2007 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) zeichnete ihn 2006 als „Sportarzt des Jahres“ aus. In der Laudatio wurde besonders hervorgehoben, dass für ihn niemals die eigene Person im Mittelpunkt stand, sondern stets der Mensch – unabhängig davon, ob es sich um einen Olympiasieger oder einen Nachwuchssportler handelte.
Mit Dr. Bernd Dörr verliert der Sport im Saarland und der Bundesverband Deutscher Gewichtheber nicht nur einen herausragenden Sportmediziner, sondern vor allem einen außergewöhnlichen Menschen, der den Gewichthebersport über Jahrzehnte mit großem Engagement, fachlicher Kompetenz und persönlicher Hingabe begleitet und geprägt hat. Besonders am Herzen lag ihm stets der faire und saubere Sport. Mit großem persönlichem Einsatz engagierte er sich früh im Kampf gegen Doping und initiierte bereits 1977 die ersten Dopingkontrollen bei einer Gewichtheber-Weltmeisterschaft. Für ihn standen die Gesundheit und das Wohl der Sportlerinnen und Sportler immer an erster Stelle. Viele beschreiben ihn als väterlichen Begleiter, der sich mit großer Fürsorge und Verantwortungsbewusstsein um „seine“ Athleten kümmerte.
Wie der Bundesverband Deutscher Gewichtheber in seinem Nachruf hervorhebt, war Bernd Dörr auch innerhalb des Verbandes weit mehr als ein Arzt. Er war Ratgeber, Vertrauensperson, Freund und ein geschätzter Wegbegleiter für Generationen von Sportlerinnen und Sportlern, Trainerinnen und Trainern sowie Funktionären. Seine Menschlichkeit, seine Bescheidenheit und seine unermüdliche Hilfsbereitschaft werden unvergessen bleiben.
Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen. Wir werden Dr. Bernd Dörr ein ehrendes Andenken bewahren und ihm für sein außergewöhnliches Lebenswerk und sein jahrzehntelanges unermüdliches Engagement für den Sport stets dankbar sein.
Für den LSVS:
Tim Meyer, Aufsichtsratsvorsitzender
Florian Hartmann, Vorstand Sport & Vermarktung
Holger Wilhelm, Vorstand Finanzen

