Motivation, Gemeinschaft und Freude

Sportkultur, LSVS

Der Pierre-de-Coubertin-Abiturpreis erinnert an den olympischen Gedanken des Namensgebers. In diesem Jahr wurden neun Schülerinnen und Schüler für ihr sportliches und soziales Engagement ausgezeichnet.

Ob sich Pierre de Coubertin darüber bewusst war, was er 1895 ins Leben gerufen hatte? Der französische Pädagoge und Sportfunktionär setzte sich für die Wiederbelebung der Olympischen Spiele ein. In Gedenken an sein Wirken wird für besonderen Sportsgeist auf Ebene des Internationalen Olympischen Komitees die Pierre-de-Coubertin-Medaille verliehen. Auf Landesebene in Deutschland gibt es als Pendant den Pierre-de-Coubertin-Abiturpreis. Dieser wurde Ende Juni am SPORTCAMPUS SAAR an neun junge und gesellschaftlich engagierte Schülerinnen und Schüler verliehen.

Ausgezeichnet wurden: Samuel Hasić vom Max Planck Gymnasium in Saarlouis; Leni Kaspar vom Gymnasium am Stefansberg, Merzig; Jana Kipping vom Gymnasium am Rotenbühl, Saarbrücken; Samuel Pastorek vom Saarpfalz Gymnasium, Homburg; Judith Rabe vom Gymnasium Johanneum, Homburg; Lea Scherer von der Gemeinschaftsschule Saarbrücken-Dudweiler; Chloé Schillings vom Deutsch Luxemburgischen Schengen Lyzeum, Perl; Jannick Sträßer vom Johannes Kepler Gymnasium, Lebach; Alexia Tangel vom Leibniz Gymnasium, St. Ingbert. 

Die Ehrung fand im feierlichen Rahmen im Haus der Athleten am SPORTCAMPUS SAAR statt. Die neun Abiturientinnen und Abiturienten wurden jedoch nicht nur für ihre hervorragenden Leistungen im Schulsport ausgezeichnet, sondern – ganz im Sinne des olympischen Gedankens – auch für ihre persönliche Haltung. Denn die Ehrung mit dem Pierre-de-Coubertin-Abiturpreis soll einen ganzheitlichen Bildungs- und Erziehungsanspruch des Schulsports unterstreichen.

Für den ehemaligen LSVS-Vorstand Johannes Kopkow war es eine der letzten Veranstaltungen, da er wenige Tage später aus dem Amt schied. Er hob hervor, dass die ausgezeichneten junge Leute gelernt hätten, im Team zu agieren und Verantwortung zu übernehmen: „Deswegen ist es so wichtig, dass ihr daraus Lehren zieht für euer ganzes Leben.“ Gleichzeitig motivierte er Ausgezeichneten für deren Zukunft: „Es ist der richtige Weg, den ihr eingeschlagen habt. Macht weiter so!“

Bildungsstaatssekretärin Jessica Heide betonte: „Wir werden nicht müde zu erwähnen, dass wir junge Menschen auszeichnen.“ Der gezeigte Respekt sowohl auf sportlicher wie auch auf sozialer Ebene sei Teil der Werte, die von großer Bedeutung für die Gesellschaft seien. Dass Sport und gesellschaftliches Engagement im Saarland mit Leben gefüllt würden, hätten beispielsweise auch die Special Olympics Nationale Spiele gezeigt, bei denen sich rund 3.000 Volunteers gemeldet hätten. Den jungen Preisträgerinnen und Preisträgern gab sie mit auf den Weg: „Vor euch liegt die Welt.“

In einer Präsentation kamen die Geehrten auch direkt zu Wort und erläuterten, wo genau sie sich engagiert hatten. So etwa Leni Kaspar, die den Tanzsport liebt: „Ich habe Freude daran, meine Erfahrung an jüngere Sportlerinnen und Sportler weiterzugeben und sie auf ihrem sportlichen Weg zu unterstützen.“ Samuel Pastorek ist dem Fußball verbunden: „Um auch die ‚andere Seite‘ im Spiel besser zu verstehen, bin ich seit dem 14. Lebensjahr aktiver Schiedsrichter bei den Jugendlichen und Aktiven.“ 

Judith Rabe ist exzellent im Voltigieren und beschrieb: „Sport ist wichtiger Teil meines Lebens, der mich geprägt hat und mir bis heute Motivation, Gemeinschaft und Freude schenkt.“ Leichtathletin Alexia Tangel brachte den olympischen Gedanken im Kleinen auf den Punkt: „Besonders durch meinen heutigen Verein NextGenDingmad habe ich gelernt, was Gemeinschaft im Sport wirklich bedeutet. Obwohl Leichtathletik oft als Einzelsport wahrgenommen wird, fühle ich mich dort nie allein.“

Live gespielte Theaterszenen und Gesangseinlagen der Musical AG des Gymnasiums am Stefansberg in Merzig unterstrichen die kurzweilige Veranstaltung. Verliehen wird die Auszeichnung seit 2008 durch den Landessportverband für das Saarland und das Ministerium für Bildung und Kultur. Abiturienten können durch ihre Schulen für den Preis vorgeschlagen werden. Eine Jury wählt dann letztlich aus den Einsendungen aus. In diesem Jahr wurde die Jury gebildet durch: Kai Adam, Marc Zimmer, Marion Herzog, Dominik Haberecht sowie Kerstin Natter.