Hermann-Neuberger-Preisverleihung am SPORTCAMPUS SAAR

LSVS

Große Wertschätzung für das Hier und Jetzt, gut angelegtes Geld für die Zukunft: LSVS ehrt mit seinen Versicherungspartnern ARAG Sportversicherung und Erwin Himmelseher Assekuranz-Vermittlung GmbH & CO KG sowie dem Ministerium für Inneres, Bauen und Sport Vereine für ihre herausragende Förderung im hiesigen Nachwuchsleistungssport.

Am SPORTCAMPUS SAAR in Saarbrücken waren und sind regelmäßig etliche Sportgrößen zugegen. In der „Wiege des Saar-Sports“ widmeten sie sich ihrem Training, bildeten sich fort, bestritten dort Wettkämpfe – oder sie erwiesen den Gewinnern beim Hermann-Neuberger-Preis als Laudator die Ehre. Franz Beckenbauer, Dr. Thomas Bach, Berti Vogts, Günter Netzer, Uwe Seeler und viele weitere berühmte Sportpersönlichkeiten waren bereits zu Gast bei der Preisverleihung – „das Who is Who“ des Sports, wie Moderator Aaron Wollscheid eingangs der Feierstunde im Sportler-Treff festhält. „Aber selbst diese Ausnahmekönner haben mal klein angefangen – und haben dabei profitiert von Vereinen wie euch. Vereine, die ein absolutes Vorbild sind, ein Paradebeispiel, wie Nachwuchsförderung funktionieren kann“, richtet Wollscheid sich direkt an die Vertreter der Gewinnervereine des Jahres 2025 im Rahmen des größten Sportpreises im Saarland. Der Landessportverband für das Saarland (LSVS) und die ARAG-Sportversicherung verleihen seit 1995 Jahr für Jahr den Hermann-Neuberger-Preis an jene Vereine, die sich besonders in der Weiterentwicklung des Nachwuchsleistungssports im Saarland verdient gemacht haben.

Erstmals Gastgeber sind in diesem Jahr die neuen hauptamtlichen Vorstände des LSVS, Holger Wilhelm und Florian Hartmann: „Es ist für Holger und mich eine große Ehre, die größte Veranstaltung im Saarland für den Nachwuchsleistungssport gleich in unseren ersten Wochen hier durchzuführen“, betont Hartmann, der in Nachfolge von Johannes Kopkow neuer Vorstand Sport und Vermarktung ist, während Wilhelm, der auf Joachim Tesche folgte, den Bereich Finanzen abdeckt. Apropos Finanzen: Die Preis- bzw. Fördergelder beim Hermann-Neuberger-Preis konnten sich einmal mehr sehen lassen. In der Hauptkategorie wurden an die drei Siegervereine stolze 22.500 Euro verteilt – da kann man schon mal schnell ins Schwitzen geraten. Das war aber nicht der Grund dafür, warum der neue Hausherr während seiner Begrüßung spontan die Jackett-Befreiung anordnete. Angesichts der heißen Bedingungen mit am Abend noch weit über 30 Grad kam Hartmanns Hinweis, die Sakkos ablegen zu dürfen, bei vielen Gästen bestens an, wie der begleitende Applaus belegte.  „Es ist gut angelegtes Geld“, betont Christian Vogée, Vorstandssprecher der ARAG Allgemeine Versicherungs-AG, warum das Unternehmen Jahr für Jahr solch große Summen im Sportbereich bereitstellt: „Wir sind größter Sportversicherer in Deutschland, es ist uns natürlich wichtig, quasi eine Verpflichtung, den Sportlern etwas zurückzugeben und sie zu fördern – das machen wir besonders gerne im Kinder- und Jugendbereich“, erläutert er, bevor es später zur Preisverleihung kommt.

Die Trampolin-Abteilung des TV Germania Dillingen darf sich dabei über den Hauptpreis und Löwenanteil des Preisgelds freuen – und das tun sie. „Was ist hier los? Einfach total überwältigend“, schildert Jaqueline Amann ihre Reaktion auf die Mitteilung, dass ihrem Verein die höchste Auszeichnung mit 10.000 Euro zuteilwerde. Eben sei es ihr erneut kalt den Rücken runtergelaufen, als Maurice Schneider und sie als Vertreter des TV Germania 1899 zur Scheckübergabe nach vorne gebeten wurden. Beide waren früher selbst erfolgreich im Trampolinturnen unterwegs, nun sind sie es als Nachwuchstrainer. „Wir sind voll mit dem Herzen dabei, da wächst man nicht einfach so rein“, erklärt die 38-Jährige: „Wir machen das, weil es einfach Spaß macht. Die Kinder geben einem so viel zurück.“ Das Duo Elias Kirsch und Jan Richard Lichtner feierte den größten Vereinserfolg im Synchronbereich, wurde Deutscher Vizemeister. Beim parallelen Pokalwettbewerb hob Elias Kirsch bei den 13- und 14-Jährigen auf Rang eins ab. In dieser Altersklasse qualifizierten sich Isabelle Genath und Kathrin Zlotina für das Pokalfinale, wo sie trotz eines vorzeitigen Abbruchs noch den siebten Platz belegten. Ihr großes Talent zeigten bei den Elf- und Zwölfjährigen Zoey Tabellion und Kiara Kirsch – saubere Übung, siebter Platz. Der Verein zeige, wie erfolgreiche Nachwuchsarbeit über viele Jahre wachsen kann und mit großem Engagement und Herzblut schaffe die Trampolinabteilung ein Umfeld, in dem Kinder und Jugendliche ihre sportlichen Fähigkeiten bestmöglich entfalten können, lautet die Juryeinschätzung.

Ob das wie im Fall von Gastredner Fabian Vogel, der als Trampolinturner mehrfacher Deutscher Meister und zweifacher Weltmeister wurde, auch mal zu einer Olympia-Teilnahme reicht? Laut Aussage des Olympia-Elften von Paris 2024 ist vor allem eines entscheidend: „Spaß am Sport haben – der ist das Wichtigste. Ohne Spaß geht es nicht“, betont der 31-Jährige im Gespräch mit dem Moderator. Er sei froh, in seiner Trampolin-Laufbahn viele prägende Unterstützer an seiner Seite gehabt zu haben. Um dorthin zu kommen, wo er ist, an die internationale Spitze, ist es nur mit Spaß jedoch nicht getan. Fleiß und Durchhaltevermögen gehören ebenfalls mit dazu. Und im Trampolinsport gilt laut Vogel definitiv: „Ganz ohne Talent wird das nix.“ Und ganz ohne Geld wird es in einer Randsportart wie Trampolinturnen ebenfalls eher nichts. Er sei daher froh über Unterstützer wie die Deutsche Sporthilfe oder die Bundeswehr, die ihn seit zehn Jahren begleitet. „Diese Partner braucht man einfach an seiner Seite, viele Sportarten sind Randsportarten, da sind Sponsoren sowieso schwierig zu kriegen“, erklärt der Olympiateilnehmer, der auch noch mal einen Angriff auf die Spiele 2028 in Los Angeles unternimmt – trotz Höhenangst. „Das bezieht sich bei mir auf die Sachen, die ich nicht unter Kontrolle habe. Trampolin habe ich zu 99 Prozent unter Kontrolle – aber auf den Aussichtsturm müsste ich jetzt nicht“, erläutert Vogel den erstaunlichen, weder zum Nachnamen noch zum ausgeübten Sport passenden Umstand. 

Während er in zwei Jahren in den USA dabei sein will, war Lisa Wang wenige Tage vor der Preisverleihung gerade dort im Einsatz. In San Francisco feierte das Tischtennis-Toptalent des 1. FC Saarbrücken-TT mit dem Turniersieg beim WTT Youth Contender in der Altersstufe U17 ihren nächsten herausragenden Erfolg. Zuvor hatte sie bei den Deutschen Tischtennismeisterschaften in Erfurt sensationell die Bronzemedaille bei den Erwachsenen gewonnen. Erst im Halbfinale war Sabine Winter noch eine Nummer zu groß für die 16-Jährige, die innerhalb der Bundesliga vom SV DJK Kolbermoor zur TTG Bingen/Münster-Sarmsheim (das Jugendspielrecht bleibt beim 1. FCS-TT) wechselt, und deren 15 Jahre alter Bruder Lukas ein nicht minder großes Talent mitbringt. Der Verein habe in den vergangenen Jahren eindrucksvoll gezeigt, wie nachhaltige Nachwuchsarbeit funktioniert und eine starke Basis für den Breiten- und Leistungssport aufgebaut, lautet eine Einschätzung der Jury im Zusammenhang mit dem Gewinn der Hermann-Neuberger-Plakette und einem Fördergeld von 7.500 Euro. „Wir sind sehr glücklich und sehr stolz. Vor vier, fünf Jahren sind wir mit vier Jugendlichen gestartet, mittlerweile haben wir fünf Mal so viele“, skizziert FCS-Vorstandsmitglied Sandra Bender, die als Trainerin im Nachwuchsbereich wie im Breitensport sehr aktiv ist und zudem beim Tischtennislandesverband (STTB) als Vizepräsidentin Leistungssport agiert. Über das Preisgeld, das teilweise bereits für den Nachwuchs verplant ist, freue sie sich. Aber nicht zuletzt auch über die Auszeichnung an sich: „Der LSVS wertschätzt damit das enorme Engagement der Vereine – und das haben sie verdient.“  

Über die Wertschätzung und eine mit 5.000 Euro dotierte Hermann-Neuberger-Medaille freut sich der 1997 gegründete Verein Fechterring Hochwald Wadern. Durch Schulkooperationen, Schnuppertrainings und ein grenzüberschreitendes Inklusionsprojekt mit Luxemburg hat der Verein neue Kinder und Jugendliche für den Fechtsport begeistert, zudem kräftig in die qualifizierte Ausbildung seiner Trainer investiert, um die Qualität nach einer weniger erfolgreichen Phase wieder zu heben. Der derzeit international erfolgreichste Nachwuchsfechter des FR Hochwald Wadern ist Constantin Banowitz, der unter anderem im April 2026 bei der U17-Weltmeisterschaft in Brasilien dabei war und im März 2026 den Rang vier mit dem Nationalteam bei der U17-Europameisterschaft in Tiflis belegte. 

Ob Fechten, Tischtennis, Trampolin oder andere Sportarten – Innenminister Reinhold Jost verweist mit Stolz auf die saarländische Sportlandschaft, die basierend auf einem flächendeckend enorm hohen ehrenamtlichen Engagement der Bevölkerung auf tolle Errungenschaften blicken könne. Über all die Jahre habe er den Saar-Sport sehr gut kennengelernt und „einen Sport im Saarland vorgefunden, der etwas ganz Besonderes ist. Das Saarland gehört nicht zu den flächenmäßig Größten, aber wir trauen uns an Großes heran – das geht nur, wenn man ein gutes Fundament hat, in der Breite wie in der Spitze“, lobt der Minister. Ein herausragendes Beispiel seien die jüngst im ganzen Bundesland ausgetragenen Nationalen Spiele von Special OIympics, bei denen über 4.000 Athletinnen und Sthleten mit geistiger Beeinträchtigung bei Wettkämpfen in  27 Sportarten ihr Können trotz Handicap unter Beweis stellten – während für die Gastgeberregion galt: „Wir haben unter Beweis gestellt, dass das Saarland ein sehr gutes Gen hat, nämlich das Gastgeber-Gen. Das ist vor allem auch euer Verdienst. Inklusion und Integration leisten die Vereine und der Sport – und es ist wichtig, eine Perspektive zu geben“, so Jost.  

Auch das soziale Engagement in den Vereinen wird seit 2012 im Rahmen des Hermann-Neuberger-Preises mit Auszeichnungen für besondere Projekte gewürdigt. „Das wird glaube ich immer wichtiger“, betont Florian Hartmann an diesem erfreulichen Abend mit ausgelassener Stimmung im Sportler-Treff, untermalt von den musikalischen Einlagen des Duos Mariele Schirra (Gesang) und Philipp Herget (Gitarre) zwischen den Auszeichnungsblöcken und dem gemeinsamen Abendessen. Einen Dank richtet Hartmann an LSVS-Mitarbeiter Dominik Haberecht und sein Team für das Bereiten dieser Feierstunde. Für ihr soziales Engagement werden derweil fünf Vereine ausgezeichnet und erhalten ein Fördergeld von je 1.000 Euro. „Fußball ist für alle da“, lautet das Motto des FC Niederlinxweiler, der unter anderem sein integratives Fußballturnier für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung 2025 nach der Corona-Auszeit wiederbelebt hat. Die Tischtennisfreunde Homburg-Erbach zeigen mit ihrem erfolgreichen Projekt „Tischtennis gegen Parkinson“, wie der Sport Lebensfreunde schenken und Menschen zusammenbringen kann. Als Höhepunkt fand das erste saarländische Tischtennisturnier für Menschen mit Parkinson statt. Das SFBC 09 e.V. Power Out Zentrum Saarbrücken zeigt, wie Sport Menschen zusammenbringen und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen kann. Angebote für Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen, mit Migrations- und Fluchterfahrung, eine eigene Trainingsgruppe für ukrainische Kinder und die enge Zusammenarbeit mit einer Förderschule hinsichtlich inklusiver Trainingsangebote stehen unter anderem im Portfolio.

„Sport verbindet“ lautet das Motto des BC Lucky Punch Saarbrücken – und das beweisen die Boxer Tag für Tag. Im Training zählen nicht Herkunft oder Sprache, sondern Respekt, Fairness und Zusammenhalt. Die Ringer des KSV Köllerbach verbinden sportlichen Erfolg mit gesellschaftlicher Verantwortung, sie leben Inklusion jeden Tag, denn Menschen mit und ohne Beeinträchtigung trainieren gemeinsam und nehmen an Wettkämpfen teil. Projekte in Schulen, Kitas und mit dem Judoclub Merzig bringen Kinder und Jugendliche unterschiedlichster Herkunft im Sport zusammen. Auch sie dürfen sich über ein Preisgeld von je 1.000 Euro freuen – während sich Sport-Saarland über das unbezahlbare Engagement seiner Vereine und großartige Leistungen und Erfolge im Nachwuchsbereich sicher auch in den nächsten 30 Jahren Hermann-Neuberger-Preis noch freuen darf.