Frauen-Fitness-Event am SPORTCAMPUS SAAR: Ein voller Erfolg!

Vereinsförderung Saar, LSVS

Am 4. Oktober verwandelte sich der SPORTCAMPUT SAAR in einen lebendigen, bunten Bewegungsspielplatz – und genau das war das Ziel. Beim Frauen-Fitness-Event im Rahmen des Programms „Integration durch Sport“ ging es nicht nur darum, Muskeln zu bewegen, sondern Herzen zu verbinden.

Annabell Schäfer, Ressort Sport und Gesellschaft im LSVS: „Der Fokus lag darauf, einen geschützten Raum zu schaffen, in dem Frauen unterschiedlichster Kulturen, Altersklassen und Erfahrungen sich begegnen, austauschen und vernetzen und dabei vielleicht sogar ihre neue Lieblingssportart entdecken konnten. Der Ansatz hinter dem Event war bewusst niedrigschwellig. Viele Menschen finden keinen Zugang zum Sport, nicht weil es am Können mangelt, sondern weil ihnen der Schritt in eine oft fremde Umgebung schwerfällt. Unsicherheiten, fehlende Anknüpfungspunkte oder schlicht ein Mangel an Wissen und Gelegenheiten halten sie zurück.“ Über 150 Teilnehmerinnen sind dieser Einladung gefolgt und haben eindrucksvoll bewiesen, wie wichtig solche Orte des Miteinanders sind. 

Das Frauen-Fitness-Event wollte genau diese Hürden abbauen. Die Ergebnisse waren eindeutig: Beim gemeinsamen Parkour-Kurs, beim Zumba-Workshop oder beim Boxtraining entstanden Gespräche, Lacher und unzählige neue Verbindungen. Frauen aus unterschiedlichsten Ländern und Hintergründen fanden schnell Gemeinsamkeiten und bewiesen: Die Sprache des Sports ist universell – eine Mischung aus Bewegung, gegenseitigem Anfeuern und Teamgeist. Die informellen Netzwerke, die sich an diesem Tag bildeten, sind mindestens genauso wichtig wie die sportlichen Erlebnisse.

Das sportliche Angebot selbst ließ keine Wünsche offen. Für jeden Geschmack und jedes Fitnesslevel war etwas dabei. Klassische Disziplinen wie Basketball, Handball, Tennis oder Tischtennis trafen auf moderne Trendsportarten wie Parkour, Hula-Hoop und Step-Workout. Für rhythmische Bewegungsfreunde gab es Kurse wie Zumba, Afroletics oder Tanzen. Wer Entspannung suchte, konnte bei Yoga und einem Breathwork-Workshop zur Ruhe kommen. Für alle, die ihre Stärke entdecken wollten, boten sich Kickboxen, Boxen und Selbstverteidigung an. Insgesamt wurden über 20 verschiedene Sportarten angeboten – mit direktem Kontakt zu Trainerinnen, die sie auch außerhalb des Events betreuen.

Ein Teilnehmerin bringt es auf den Punkt: „Ich hätte mich nie getraut, in einen Verein zu gehen und das einfach mal auszuprobieren, weil die Leute das dort ja schon so gut können und sich untereinander kennen. Bei dieser Veranstaltung war das anders, deswegen bin ich hier. Ich will das jetzt auch mal im Verein versuchen."

Diese Worte unterstreichen, dass Veranstaltungen wie diese keine Konkurrenz zu Vereinen darstellen, sondern vielmehr eine Brücke. Sie geben den Mut und das Selbstvertrauen, den nächsten Schritt zu gehen.

Ein besonderes Highlight des Tages war die Flexibilität und der Support der Trainerinnen. Als einige Workshops schnell ausgebucht waren, erklärten sich viele spontan bereit, länger zu bleiben und zusätzliche Kurse anzubieten. Dieser Einsatz zeigte, dass Frauen Frauen aktiv unterstützen – ein Motto, das an diesem Tag mit Leben gefüllt wurde. Neben den sportlichen Erlebnissen lud ein Ruhebereich mit hochwertigen Kaffee- und Matcha-Spezialitäten von Creamy Catering dazu ein, in entspannter Atmosphäre Kraft zu tanken und Kontakte zu knüpfen.

Ein weiterer interessanter Moment des Events war die Debatte darüber, warum ein solches Angebot nur für Frauen gemacht wurde. Die Tatsache, dass zwei männliche Besucher, Begleiter einer Teilnehmerin, diese Frage stellten, lenkte das Augenmerk auf den besonderen Wert eines geschützten Raumes. Frauen sind im organisierten Sport oft weniger vertreten. Daher sind gezielt gestaltete Räume und niedrigschwellige Angebote wie das Frauen-Fitness-Event unerlässlich, um Hemmschwellen abzubauen und den Einstieg in die Welt des Sports zu erleichtern. Es geht hierbei nicht darum, Männer auszuschließen, sondern notwendige Voraussetzungen für eine gleichberechtigte Teilhabe zu schaffen.

Eine weitere wichtige Erkenntnis des Tages betrifft die Inhalte moderner Sportangebote: Viele der Workshops mit dem größten Zulauf – wie Jumping Fitness, Zumba, Afroletics oder Hula-Hoop – gehören bisher nur zum Repertoire weniger Sportvereine. Doch genau diese Sportarten sprechen insbesondere junge Frauen und Mädchen an. Vereine und Verbände, die sich ausschließlich auf etablierte Disziplinen konzentrieren, verpassen die Chance, neue Zielgruppen zu erreichen. Zukunftsfähigkeit im Sport bedeutet, sich auch neuen Trends gegenüber offen zu zeigen und auf die Bedürfnisse bisher noch nicht erreichter Zielgruppen einzugehen.

Das Frauen-Fitness-Event hat eindrucksvoll bewiesen, dass der Bedarf für solche Formate riesig ist. Der Zuspruch, das durchweg positive Feedback und die Begeisterung der Teilnehmerinnen sind für uns ein klares Signal. Viele Frauen wünschten sich ähnliche Veranstaltungen häufiger – und noch wichtiger: Sie äußerten, dass sie durch das Event nun den Mut haben, auch mal bei den Vereinen der Trainerinnen vorbeizuschauen. 

Annabell Schäfer: „Integration durch Sport funktioniert dann am besten, wenn wir Barrieren abbauen, Räume der Sicherheit schaffen sowie innovative und attraktive Angebote anbieten. Dieses Event war der erste Schritt – und zeigt, wie viel in Zukunft noch erreicht werden kann. Wir freuen uns darauf, diesen Weg weiterzugehen.“