Begeisterungsstürme bei Eröffnungsfeier der Special Olympics im Ludwigsparkstadion

LSVS

Die Eröffnungsfeier der Nationalen Spiele 2026 von Special Olympics im Saarland sorgte im vollbesetzten Saarbrücker Ludwigsparkstadion für Begeisterungsstürme, lieferte ein abwechslungsreiches Unterhaltungs-Programm aus Musik, Show und Tanz, emotionale Momente beim Eröffnungszeremoniell und bewegende Worte – denen nun sportliche Großtaten im ganzen Saarland und in Forbach folgen.

 

Große Emotionen, viel Herz und „Unity“: Nationale Spiele im Saarland feierlich eröffnet

Um 21:20 Uhr spricht die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger die Worte, auf die über 15.000 Zuschauer am Montagabend des 15. Juni im vollbesetzten Saarbrücker Ludwigsparkstadion gewartet haben: „Ich erkläre die Special Olympics Nationalen Spiele 2026 im Saarland für eröffnet“ – es folgt tosender Applaus von den vollbesetzten Rängen, wo sich bei der Eröffnungsfeier des größten Sportereignisses in der Geschichte des Saarlandes beim Blick ins weite Rund ein wunderbar farbenfrohes Bild offenbart. Auf den Anzeigetafeln im Stadion zeichnet daraufhin ein kurzer Film den Weg der „Flamme der Hoffnung“ nach, die als letzter Akt des Eröffnungszeremoniells gleich an Ort und Stelle das olympische Feuer entfacht. Mitte Mai war sie in Berlin, dem Schauplatz der letzten Nationalen Spiele 2022 und der Weltspiele 2023, in der Landesvertretung des Saarlandes in der Hauptstadt entzündet worden. Vor allem Impressionen der stimmungsvollen Fackellauf-Tage im Saarland mit am Ende über 15.000 Teilnehmern greift der Film auf. Nach ihrer Ankunft am 2. Juni auf saarländischem Boden, als die Flamme in einer für die Gastgeberregion geschichtsträchtigen Grubenlampe von Schengen in Luxemburg nach Perl überführt worden war, wurde sie bei Fackelzügen in den fünf Landkreisen und dem Regionalverband Saarbrücken sowie vor der Eröffnungsfeier beim Fackellauf durch die Landeshauptstadt feierlich der Öffentlichkeit präsentiert – und erreicht um 21:31 Uhr schließlich den Ort ihrer Bestimmung. 

Das Feuer der Special Olympics brennt: Saarländisches Fackel-Tandem erzeugt finalen Höhepunkt 

Drei Motorradpolizisten fahren am unteren Nordeingang ins Stadion ein, wo sie Mitte der Gegentribüne die Flamme der Hoffnung an das wartende Fackelträger-Tandem übergeben. Unter dem warmen Applaus und gebannten Blicken der Besucher begeben sich die saarländische Athletensprecherin Hanna Hohe und Unified-Partner Jesse Veit auf die im Mittelkreis des grünen Fußballrasens drapierte großzügige Bühne und entzünden die dort installierte Feuerschale – hell flammt das Special Olympics-Feuer, um 21:34 Uhr ist unter dem begeisterten Jubel der Zuschauer der letzte Teil des Eröffnungszeremoniells vollzogen. Die Nationalen Spiele mit über 4.300 Athletinnen und Athleten können nun endlich beginnen. „Unity“, das herzförmige Maskottchen der Spiele mit rund 14.000 akkreditierten Personen, feiert ausgelassen, wild gestikulierend rennt es über den Rasen von Block zu Block und teilt seine Freude mit dem Publikum. Wenige Augenblicke zuvor ist die Special Olympics-Fahne unter großem Applaus ins Stadion „eingezogen“ und von Alexander Indermark, dem Präsidenten von Special Olympics Saarland, gehisst worden. Hanna Hohe, die beim deutschen Höhepunkt der weltweit größten Sportbewegung für Menschen mit geistiger Behinderung in einem gemischten Basketball-Team im Unified-Wettbewerb, der Sportler mit und ohne Behinderung vereint, antreten wird, spricht daraufhin die Special Olympics-Eidesformel der Athleten: „Ich will gewinnen, doch wenn ich nicht gewinnen kann, so will ich mutig mein Bestes geben.“ Den Part in englischer Sprache übernimmt Unified-Partner Jesse Veit, gefolgt von der französischen Ausführung durch einen Athleten aus dem Nachbarland. 

Im Anschluss spricht Michaela Haupenthal, Sportkoordinatorin, Trainerin und Ansprechpartnerin für Athleten-Einbindung beim SO-Landesverband Saarland, den Eid der Trainerinnen, auf Deutsch und in Englisch: „Im Namen aller Trainer und im Geiste der sportlichen Fairness gelobe ich ein professionelles Verhalten sowie Respekt gegenüber allen. Ich tue alles für erstklassige Wettbewerbe in einer sicheren Atmosphäre für alle Athleten.“ Die französische Formulierung obliegt Véronique Kupper, gefolgt vom Eid der Kampfrichter: „Im Namen aller Kampfrichter und Offiziellen gelobe ich, dass wir objektiv urteilen und im Geiste des Sportes die Regeln bei den Nationalen Spielen respektieren und befolgen werden“, spricht Frank Bischoff erst die deutsche Ausführung, dann die englische, ehe Christoph Adler den Eid in Französisch aufsagt. Bei den Nationalen Spielen finden in 27 Sportarten an 22 Sportstätten im ganzen Saarland Wettkämpfe statt – und im französischen Forbach, wo geschwommen wird. Es sind somit die ersten grenzübergreifenden Spiele. Jean-Claude Hehn, der Präsident der „Communauté d’Agglomération de Forbach“, lobt im Ludwigspark das „sehr schöne Beispiel für grenzübergreifende Zusammenarbeit. Für uns ist es ganz normal, unser Olympisches Schwimmbad für diesen großartigen Anlass zur Verfügung zu stellen. Das spiegelt unsere gegenseitige Solidarität und Freundschaft wider.“ Sport sei auch ein Symbol für Frieden, Freundschaft und Respekt, habe daher das Vermögen „Brücken zu bauen“, so Hehn. Erstmals bei Nationalen Spielen ist zudem das „Host Town“-Programm dabei, wodurch bei den Wettkämpfen im Saarland Athleten aus zwölf ausländischen Special Olympics-Delegationen starten. 

Stolze Gastgeber freuen sich auf über 4.300 Sportler aus 15 Bundesländern und 13 Nationen

Nach dem Einmarsch der Repräsentanten-Duos aus 15 Bundesländern präsentieren sich die internationalen Gäste dem Publikum, das diese genauso wärmstens empfängt wie die einheimischen zuvor. Angefangen bei Bosnien und Herzegowina, Island, Finnland, Frankreich über Israel, Italien, den Kosovo und Litauen, bis hin zu Luxemburg, Malta, der Schweiz und Ungarn. Nur das letzte Sportler-Pärchen aus dem Saarland erntet in heimischen Gefilden erwartungsgemäß mehr Applaus. Der nationale Höhepunkt ist generell eine wichtige Bühne auf dem Weg zum Ziel einer inklusiven Gesellschaft. Die Sichtbarkeit sei ganz entscheidend, betont Mark Solomeyer, der langjährige Athletensprecher von Special Olympics Deutschland und Co-Moderator von Daniela Ulbing bei der Eröffnungsfeier in Saarbrücken. „Seit den Weltspielen von Berlin sind wir immer sichtbarer geworden, es ist unser aller Aufgabe, weiter alles für eine inklusive Gesellschaft zu tun – weil es das ist, was wir wollen. Wir sind eine Gesellschaft – nicht zwei“, betont der ehemalige Goldgewinner im Badminton bei SO-Weltspielen unter dem Beifall der Zuschauer. Er sei „einfach stolz, ein Teil von Special Olympics zu sein.“ Die aktuellen Bundesathleten-Sprecher Mirjam Prahst und Dennis Mellentin erläutern, welche Bedeutung die Sportbewegung für sie hat: „Mit SO kann ich die Welt ein klein wenig besser machen“, betont Prahst. Sie erhoffe sich von den Tagen im Saarland „Spaß und neue Leute, neue Freunde kennenlernen.“ Ihr männliches Pendant als Athletensprecher weiß: „Nur gemeinsam sind wir stark“, meint Mellentin. „Sport vor Ort für alle“, nennt Christiane Krajewski, die Präsidentin von Special Olympics Deutschland, beim Besuch auf der Eröffnungsfeierbühne ein zentrales Anliegen, das nur in einem münden könne: „Teilhabe in allen Lebensbereichen.“ Sie selbst ist sichtlich berührt vom Ereignis in heimischen Gefilden: „Was für ein tolles Gefühl, mit euch allen hier unten auf der Bühne zu stehen. Ich bin zutiefst dankbar, diese großartige Eröffnungsfeier in meiner Heimat erleben zu dürfen“, sagt Krajewski – und lobt das „unheimliche Engagement“ von Saar-Innenminister Reinhold Jost als treibende Kraft, die Nationalen Spiele ins Saarland geholt zu haben. 

Emotional, herzlich, einfach nur Menschen – eine Bereicherung für die Gesellschaft

Jost zeigt sich „stolz und dankbar, euch als Gäste bei uns zu haben – ihr seid großartig.“ Mit den Spielen wolle man nicht zuletzt ein Zeichen setzen und eine Haltung transportieren: „Ihr seid besonders, eine Bereicherung für unsere Gesellschaft – und wir lassen uns nie wieder auseinanderdividieren“, betont der Minister. Einen Besuch der Wettkämpfe bei den Nationalen Spiele könne er allen im Saarland nur ans Herz legen: „Seid neugierig, seid interessiert, seid Mensch. Lasst uns die Spiele zu unserem Sommermärchen machen“, so Josts Appell. Kevin Struß, Athletensprecher von SO-Niedersachsen, unterstreicht: „Ich bin stolz darauf, dass ich zeigen kann, dass Menschen mit Behinderung auch einfach nur Menschen sind. Für mich seid ihr eine große Familie“, wendet sich Struß an die Besucher im Ludwigspark. Dort beginnt die Eröffnungsfeier der Nationalen Spiele 2026 im Saarland mit der spektakulären Landung dreier Fallschirmspringer der Bundeswehr auf dem grünen Rasen. Das gefeierte Schauspiel ist erstmals auch im Fernsehen zu sehen, neben SR und Hessischem Rundfunk geht Bezahlsender Sky live auf Sendung. Vor den Augen von Bundesgesundheitsministerin und Ehrengast Nina Warken erleben die Zuschauer eine farbenfrohe, abwechslungsreiche und sehr unterhaltsame Eröffnungsfeier, die unter anderem beim Auftritt von „T-Seven“ (Ex-Mr. President) eines von vielen Stimmungshochs erleb. Neben Live-Musik der Saarbrücker Band „Dynamic Lounge“ bereichern Tanzvorführungen und Showeinlagen die von emotionalen Momenten und viel Herzlichkeit getragene Eröffnungsfeier der ersten Nationalen Spiele im Saarland – wo auch bei den sportlichen Wettkämpfen im ganzen Land große Emotionen und jede Menge Herz garantiert sind.