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Nachrichten aus dem Bereich Integration durch Sport

09.10.2019

Sportfamilie feiert 30 Jahre Integration durch Sport


Foto (LSVS): Nicola Ghallat, Bärbel Knobe, Anabell Westrich und Julia Schmitt mit DOSB-Trimmy in Berlin (v.l.n.r.)

Beim Parlamentarischen Abend des deutschen Sports in Berlin feierte die Sportfamilie mit viel Prominenz und 450 Teilnehmenden das Jubiläum des Bundesprogramms „Integration durch Sport.“

„Geburtshelfer“ des Bundesprogramms war Dr. Wolfgang Schäuble im Jahr 1989, als viele Aussiedler in Deutschland angekommen waren und Sport und Politik sich gemeinsam der Integration annahmen. Bei der Frage, wie man diese Menschen integriert bekomme, sei man schnell auf den Sport und die Sportvereine gekommen. Schäuble stellte in einer Talkrunde mit IOC-Präsident Dr. Thomas Bach und DOSB-Präsident Alfons Hörmann zufrieden fest, dass aus dem Baby „richtig etwas geworden“ sei. Dieser Einschätzung stimmten Bach und Hörmann uneingeschränkt zu, ebenso wie die Teilnehmenden einer zweiten Talkrunde, die im Verein oder Verband täglich das Programm leben.

Auch der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium (BMI), Stephan Mayer, der Bundesinnenminister Horst Seehofer vertrat, hob den Erfolg des Programms hervor: Es sei ein „Erfolgsschlager“, weil Integration nirgendwo so einfach, unkompliziert und niedrigschwellig stattfinden könne. Darüber waren sich letztlich alle Protagonisten einig: Der Sport eignet sich wie kein zweiter gesellschaftlicher Bereich dafür, Menschen zu integrieren, ihnen eine Heimat zu geben und überdies auch die Potenziale der Migrant*innen für den Sport zu nutzen. Dazu hatte Stephan Mayer ein perfektes Beispiel: Ein kleiner Fußballverein in Thüringen stand vor einigen Jahren mangels Nachwuchsspieler*innen vor dem Aus, wurde durch die Integration von Migrant*innen wiederbelebt und ist jetzt wieder ein florierender Verein.

Als Zaubermittel für die Integration kann man den Sport zwar nicht begreifen, aber der IOC-Präsident, mit dem Programm "Integration durch Sport" als langjähriger DOSB-Präsident bestens vertraut, stellte klar, dass Sport per se immer Integration sei. „In dem Moment, in dem Menschen miteinander Sport treiben, schaffen sie eine Verbindung, gewinnen sie Respekt, wollen sie mehr von den anderen wissen, erkennen und schätzen sie, dass es gut ist, dass Menschen unterschiedliche Talente und unterschiedliche Hintergründe besitzen“, sagte Bach.

Eigentlich sei es ganz einfach: 20 Prozent der deutschen Bevölkerung hätten Migrationshintergrund, sagte Alfons Hörmann, und Sportdeutschland sei mit diesen 20 Prozent reicher, besser, und erfolgreicher, nicht im Sinne von Medaillenzählen, sondern im Sinne von gesellschaftlicher Verantwortung. An vielen Stellen, so Hörmann, finde sogar über das Sporttreiben hinaus Betreuungsarbeit statt, die nicht selten auch zu einem beruflichen Engagement führten.

Die Basis für die flächendeckende Umsetzung sind die 3500 Vereine aus dem Bundesprogramm mit ihren 24.000 Ehrenamtlichen. Sie werden von den Programmleiter*innen aus den Verbänden unterstützt. Dank gilt allen Beteiligten, die das Programm in 30 Jahren mit Leben gefüllt haben und es weiter mit Leben füllen werden.

Auch der Landessportverband für das Saarland war bei dem Parlamentarischen Abend in Berlin mit drei Hauptamtlichen und einer ehrenamtlichen Teilnehmerin vertreten. Anlässlich des großen Jubiläums „30 Jahre Integration durch Sport“ werden im Saarland über das ganze Jahr verteilt mehrere Veranstaltungen mit Kooperationspartnern, Gruppen und Vereinen durchgeführt, um die Vielfalt und Wirksamkeit des Programms in allen Bereichen zu unterstreichen. So berichteten wir in der letzten Ausgabe beispielsweise über die Feierlichkeit einer syrischen Frauengruppe oder auch die Sportprojektwoche der Bachschule Neunkirchen.

(Quelle: DOSB)