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1.200 Kinder bei der Sportabzeichen-Tour in St. Wendel


Der Spaß am Sport hat im Saarland beim zweiten Stopp der Sportabzeichen-Tour von Anfang an alle mitgerissen.

Als die Veranstaltung um 8.30 Uhr los ging, strömten rund 1.200 Schülerinnen und Schüler aus allen Richtungen ins Sportzentrum St. Wendel und sorgten mit ihren bunten T-Shirts für einen wahren Farbenrausch.

Beim gemeinsamen Aufwärmen gab es dann schon das nächste Highlight: Die drei Sportbotschafter wurden von Moderator Dennie Klose alle einzeln vorgestellt und mit tosendem Applaus von den Kindern und Jugendlichen begrüßt. Stuntfrau, Model und Moderatorin Miriam Höller kam für Ernsting’s family, der Silbermedaillengewinner im Zehnkampf von Atlanta 1996, Frank Busemann, für kinder+Sport und der Rekordhalter im Stabhochsprung in der Halle, Danny Ecker, für die Sparkassen-Finanzgruppe. Alle drei Unternehmen gehören gemeinsam mit der Krankenkasse BKK24 zu den Nationalen Förderern des Deutschen Sportabzeichens.

Alle drei Sportbotschafter mischten sich gleich nach dem Warm-up unter die Kinder, um sie bei ihren Sportabzeichen-Prüfungen zu begleiten und anzufeuern. Die Mädchen und Jungen der Grundschule Oberlinxweiler in ihren roten T-Shirts wurden außerdem den ganzen Vormittag von einem Kamerateam des Saarländischen Rundfunks begleitet. Der Sender will morgen am Samstag über die Sportabzeichen-Tour berichten.

1:0 für die Grundschüler

Für die Grundschulen war der Pendellauf der Klassen 1 bis 4 kurz nach 11 Uhr eine besondere Herausforderung. Jede Schule konnte ein Team mit sechs Läuferinnen und Läufern bestimmen. Vor dem Start gaben Frank Busemann und Danny Ecker den Kindern noch ein paar Profi-Tipps mit auf den Weg: Sie müssten von Anfang an volles Tempo laufen und auch vor dem Wechsel nicht abbremsen. Außerdem seien beim Staffellauf der Teamgeist und die Taktik besonders wichtig, vor allem als Schlussläufer sollte ein schneller Joker ins Rennen gehen. Wie sportlich und wendig die Kinder im Saarland sind, zeigten sie dann im Rennen gegen die beiden früheren Spitzensportler, die sich der Kinder-Staffel geschlagen geben mussten.

Talentierter Nachwuchs gesucht

Mit professionellem Blick verfolgte auch Barbara Bruce-Micah vom Saarländischen Leichtathletik Bund die sportlichen Leistungen der Kinder in St. Wendel. Sie ist als Talentscout immer auf der Suche nach talentiertem Nachwuchs für ihren Verband. „Ich finde es besonders wichtig, dass sich die Kinder nicht zu früh für eine Sportart entscheiden, sondern möglichst viel ausprobieren“, betonte sie. „Natürlich spielt auch bei uns im Saarland der Fußball eine große Rolle, aber die Leichtathletik ist die Grundlage für viele andere Sportarten und der leichtathletische Mehrkampf bildet die Basis dafür, sich bei allen Sportarten gut bewegen zu können.“

Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen geht sie deshalb auch gezielt in den Sportunterricht. Dabei sitzt sie aber nicht etwa am Rand und schaut zu, sondern macht mit den Kindern drei Übungen: einen 20-Meter-Sprint, einen 3er-Hopp und Medizinballwerfen. Danach werden die Beobachtungen ausgewertet. Besonders im Bereich Koordination stellt sie bei den Schülerinnen und Schülern immer wieder große Unterschiede fest. Die begabtesten von ihnen will der Saarländische Leichtathletik Bund in einer schulübergreifenden Leichtathletik-AG zusammenbringen und so gezielt fördern.

Spaß als Haupt-Motivation

„Das Wichtigste ist aber der Spaß am Sport, er legt die Grundlage für spätere Höchstleistungen“, davon ist Talentsichterin Bruce-Micah überzeugt. „Das Deutsche Sportabzeichen ist eine tolle Gelegenheit, um diesen Spaß zu wecken. Die Kinder, die heute hier bei der Sportabzeichen-Tour in St. Wendel dabei sind, werden später mit Begeisterung davon erzählen und sie werden sich noch lange daran erinnern, wie viel Spaß sie mit ihrer ganzen Klasse hatten.“

Von der Sportbegeisterung der Kinder und Jugendlichen ließen sich sogar die Ehrengäste anstecken. Dr. Karin Fehres, Vorstand Sportentwicklung im DOSB, und DOSB-Vizepräsident Walter Schneeloch verzichteten genauso wie der Saarländische Innenminister Klaus Bouillon und alle anderen prominenten Gäste auf lange Reden. Auch sie wollten die Kinder lieber auf dem Sportplatz anfeuern, als sie von den Sportabzeichen-Prüfungen abzuhalten.

Walter Schneeloch wandte sich im Namen des DOSB an das Organisationsteam vom Landessportverband für das Saarland und bedankte sich für die Unterstützung durch die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und für die rundum gelungene Veranstaltung.

Stabile Zahlen beim Deutschen Sportabzeichen

„Viel wichtiger als viele Worte zu verlieren ist nämlich, dass die Kinder Spaß an Bewegung haben. Genau das ist auch unser Ansatzpunkt“, betonte Walter Schneeloch mit Hinweis auf die Sportabzeichen-Statistik 2016, die in St. Wendel offiziell vorgestellt wurde. „Die Sportabzeichen-Zahlen von 2016 zeigen, dass wir mit knapp 800.000 abgelegten Deutschen Sportabzeichen auf einem stabilen Stand sind. Mich freut besonders, dass die Zahlen der Sportabzeichen bei den Kindern und Jugendlichen leicht gestiegen sind, das ist angesichts des Geburtenrückgangs eine wichtige Entwicklung, weil es sich um einen tatsächlichen Zuwachs handelt. Wir vom DOSB wollen in Zukunft deutlich intensiver mit den Schulen zusammenarbeiten, um das Deutsche Sportabzeichen ins Zentrum des Sportunterrichts zu rücken. In Rheinland-Pfalz ist bereits ein Modellversuch gestartet, bei dem Sportlehrerinnen und -lehrer nicht nur weitergebildet werden, um die Prüfungen für das Deutsche Sportabzeichen abzunehmen, sondern mit ihren Klassen im Sportunterricht auch gezielt dafür zu trainieren.“

Natürlich sorgte auch in St. Wendel wieder das Programm außerhalb der Sportabzeichen-Disziplinen für viel Abwechslung und tolle Erlebnisse. Am Vormittag landeten zum Beispiel drei Fallschirmspringer mitten auf dem Sportplatz, direkt unter den Kindern. Einer von ihnen Eberhard Gienger, Gewinner der Bronzemedaille am Reck bei Olympia 1976.

Am Nachmittag standen die Prüfstationen bis 17 Uhr auch kostenlos für alle anderen Sportbegeisterten offen, die sich der Herausforderung Deutsches Sportabzeichen stellen wollten.

(Quelle: wirkhaus)