Vereins- und Ehrenamtskultur

Den wohl entschiedensten Einfluss auf die Gewinnung und Bindung von ehrenamtlich Engagierten hat eine funktionierende Vereins- und Ehrenamtskultur. Wer will sich schon irgendwo freiwillig einbringen und Gedanken machen, wo nichts passiert, Entscheidungen nicht getroffen werden, kein Miteinander bzw. im schlimmsten Falle Zwist und Uneinigkeit herrscht? 

Ein gutes Vereinsklima schafft Motivation, unterstützt Ideen und Veränderung und zieht automatisch neue Mitglieder und Engagierte an. „Das ist ja ein tolles Team, das sagt jeder, da will ich auch mitmachen“, sollte das Motto und Ziel sein. 

Fragen Sie sich einmal selbst und analysieren Sie Ihre Vereinskultur:
- Wie offen sind wir, für Neues, für neue Mitglieder, …?
- Wie ist die Atmosphäre in unserem Verein?
- Welche Normen und Werte werden miteinander gelebt und weitergeben?
- Wie kommunizieren wir untereinander im Verein: offen und ehrlich oder verschwiegen?
- Wie wird in unserem Verein mit Konflikten umgegangen?
- Herrschaft in unserem Vereine eine Kultur des Miteinanders oder des aneinander vorbei leben?
- Wie wir in unserem Verein mit Fehlern umgegangen?

Transparenz im Verein und über die Vorstandsarbeit

Viele Vorstände arbeiten im Verborgenen, aus Sorge davor, wichtige interne Details könnten an die Mitglieder durchsickern. Dabei bekommen die Mitglieder im Verein wiederum nicht mit, welchen enormen Arbeitsumfang und welche zeitliche Aufopferung die „Manager“ des Vereins aufbringen. Vielmehr heißt es dann unter den Mitgliedern, unter denen möglicherweise auch potenzielle Vorstandsmitglieder sind: „Die da oben, die machen das schon.“ 

Tipp: Schaffen Sie Transparenz über die geleistete Arbeit im Vorstand und aller ihrer Ehrenamtlichen. Tragen Sie nach außen, welche Aufgaben zu bewältigen sind, wie welche Entscheidungen getroffen werden und was die zukünftigen Planungen sind. Warum nicht einmal eine öffentliche Vorstandsitzung abhalten, oder die Vorstandsprotokolle öffentlich den Mitgliedern zur Verfügung stellen?

Nur wer weiß, auf was er sich einlässt, kann sich für ein Ehrenamt entscheiden.

Ziehen Sie alle Ihre Mitglieder in strategische Entscheidungen mit ein. Sprechen Sie mit Ihnen über Visionen und Ziele. Die Mitbestimmung der Mitglieder sollte sich demnach nicht nur auf die üblichen Tagesordnungspunkte wie Wahlen in der Mitgliederversammlung beschränken.

Wenn Ihre Mitglieder merken: Ich kann wirklich bei der Vereinsentwicklung und -zukunft mitwirken und mitentscheiden, dann sind einige Hemmfaktoren für ein Engagement bereits aus der Welt geschafft.

Anerkennung und Dank - die Wichtigste Vergütung für ein Ehrenamt

Neben z.B. den persönlichen Kompetenzgewinnen ist die wichtigste Vergütung ehrenamtlichen Engagements die Anerkennung für die geleistet Arbeit, für die Ideen und das Einbringen zum Wohle des Vereins und der Mitglieder. Anerkennung kann dabei auf vielerlei Ebenen erfolgen, auf Vereinsebene, auf persönlicher, bilateraler Ebene, aber auch umfassender im Verband oder in der Gesellschaft.

Anerkennung ist nicht immer pauschal zu handhaben, sondern muss in individueller Art und Weise erfolgen: Der Eine steht gerne im Vordergrund, der Andere möchte lieber im Hintergrund agieren und seinen Dank erfahren. Für den Einen zählt materieller Dank, für Andere zählen andere Formen des Danks.

Nehmen Sie sich also immer etwas Zeit und machen Sie sich ein paar Gedanken dazu, wie Sie nun genau diesen einzelnen Personen oder Personengruppen Anerkennung schenken können.

Arbeitsmaterialien

Anerkennung im Verein