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Aktuell im LSVS

07.01.2019

Ein herausragendes Jahr leider ohne Happy End


Foto (TU Saar): Trio mit Trainer

Die Enttäuschung war Axel Müller, Landestrainer der Taekwondo Union Saar e.V., deutlich ins Gesicht geschrieben: „Es gibt Dinge, die kann man leider nicht beeinflussen“, resümierte er kurz und knapp die Teilnahme bei der Taekwondo-Europameisterschaft der U15-Junioren im spanischen Marina d’or.

Dabei sollte es das absolute Saison-Highlight werden – der krönende Abschluss eines herausragenden Jahres, in dem Müllers Schützlinge zahlreiche nationale wie internationale Erfolge feiern konnten. Leider aber blieb das Happy End aus. Mit Simon Laubhold, Paul Mengen und Lenya Sauer waren gleich drei seiner Athleten von der Deutschen Taekwondo Union für die Nationalmannschaft nominiert worden, um bei der EM in Spanien um Medaillen zu kämpfen.

Der erste Rückschlag folgte bereits am zweiten Wettkampftag, nachdem mit Simon Laubhold die wahrscheinlich größte Medaillenhoffnung passen musste. Eine fieberhafte Infektion legte den 14-jährigen Titelaspiranten flach und machte einen Start unmöglich. „Zwei Tage zuvor war Simon im Training noch top drauf. Er hatte sich so viel vorgenommen. Aber ein Start mit fast 40 Grad Fieber wäre unverantwortlich gewesen“, so Axel Müller.

Nicht viel besser lief es für den ebenfalls 14-jährigen Paul Mengen. Auch der deutsche Vize-Meister 2018 hatte weniger mit den Gegnern auf der Matte als mit der Gesundheit zu kämpfen. Mengen war schon mit Grippe-Symptomen angereist, entschied sich aber dennoch für einen Start. „Paul war körperlich eingeschränkt, da war an Training vor Ort nicht zu denken“, sagte Coach Axel Müller. Er probierte es trotzdem, schied allerdings bereits in seinem ersten Kampf aus.

Medaillenchancen hätte durchaus auch Lenya Sauer gehabt – allerdings in der Gewichtsklasse bis 29 Kilogramm. Die amtierende Deutsche Meisterin musste aber im September eine Gewichtsklasse nach oben gehen (bis 33 Kilogramm) und zahlte somit in Spanien Lehrgeld. „Mit der Umstellung kam Lenya noch nicht richtig zurecht, es wird noch etwas dauern, bis sie sich in der neuen Gewichtsklasse auf internationalem Top-Niveau behaupten kann“, kommentierte Müller den Auftritt von Lenya Sauer, die ihrer Gegnerin aus Russland Tribut zollen musste und bereits im Achtelfinale ausschied. 

Zwei weitere Athleten am Start hatte Axel Müller bei der WTE Club-Europameisterschaft, die im Anschluss an die eigentlichen Europameisterschaften gekämpft wurden. Auch hier ging Paul Mengen gesundheitlich angeschlagen auf die Matte. Im Viertelfinale unterlag er seinem spanischen Gegner jedoch knapp mit 7:9 und wurde schließlich Fünfter seiner Gewichtsklasse. Ebenfalls auf Platz 5 landete auch Victor Husrev. Er konnte sich im Achtelfinale zunächst gegen Spanien souverän mit 29:8 Punkten durchsetzen, verlor dann aber im Viertelfinale mit 6:7 und verpasste damit nur knapp einen Platz auf dem Podium.

„Es ist natürlich schade, dass wir uns am Ende von einem Jahr harter Arbeit nicht selbst belohnen konnten“, so Axel Müller, „aber hier haben Faktoren unsere Medaillenchancen zunichte gemacht, auf die wir leider keinen Einfluss haben.“ Trotz der Enttäuschung über das Abschneiden in Spanien blickte der saarländische Landestrainer bereits wieder zuversichtlich nach vorne. „Wir wollen 2019 an die tollen Erfolge aus diesem Jahr anknüpfen“, gibt Axel Müller die Marschroute für das neue Jahr vor. Und das beginnt gleich positiv: Mit Simon Laubhold, der in die Altersklasse U18-Junioren aufsteigt, und Jona Pörsch sind zwei von Müllers Schützlinge Anfang Januar zum Bundeskaderlehrgang eingeladen.