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06.06.2019

Karate: Portrait Hanna Bremerich (Köllerbach)


Foto (Jean-Claude Brummer): Hanna Bremerich

Erfolg und Misserfolg, Glück und Leid liegen im Leistungssport sehr oft nah beieinander. Auch Hanna Bremerich vom Karate Dojo Köllerbach e.V. musste diese Erfahrung im ersten Halbjahr dieses Jahres machen.

Ende letzten Jahres, nach einer gelungenen Premiere bei der European Youth League in Venedig, erfolgte die Nominierung durch den Bundestrainer, Efthimios Karamitsos (Frankfurt) für die Europameisterschaften im Teamwettbewerb Kata (Kampf gegen einen imaginären Gegner). Im Februar, zwei Wochen vor der EM in Dänemark zerplatzten Ihre Teilnahmeträume dann unvermittelt. Während eines Trainings mit dem Landeskader knickte Hanna mit dem linken Fuß um - die Diagnose war niederschmetternd: Abriss des vorderen Bandes im Sprunggelenk (Syndesmosebandabriss), mindestens sechs Wochen Gips und Gehen an Krücken, ohne den Fuß zu belasten. Somit war nicht nur eine Teilnahme an der EM unmöglich, auch die anstehenden Deutschen Meisterschaften standen für die Schülerin des Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasiums Völklingen auf der Kippe. Diese waren für Mitte Mai terminiert, Hanna durfte aber erst Anfang April wieder mit einem leichten Training beginnen. Eigentlich viel zu kurz, um sich entsprechend auf so eine hochrangige Meisterschaft vor zu bereiten, doch Hanna demonstrierte einen eisernen Willen. Teilweise immer noch mit Schmerzen im Fuß, absolvierte sie diszipliniert das leichte Training, die medizinischen Maßnahmen und die Aufbaustunden im Fitnessstudio, wurde letztendlich für ihren Fleiß belohnt: Platz 3 und Gewinn der Bronzemedaille bei der DM in Erlangen. „Ich war überglücklich, konnte es gar nicht fassen,“, auch heute noch zittert die Stimme der 17-jährigen Schülerin leicht, „all die Schmerzen waren vergessen, ich bin nur noch meinem Trainer, Tobias Melzer, um den Hals gefallen und habe losgeheult.“ Dieser dritte Platz hatte für Hanna einen größeren Stellenwert, als die bisher errungenen drei DM-Medaillen ihrer Sportlerkarriere. Zwei Wochen später, am vergangenen Wochenende, dann die nächste Herausforderung für die Köllerbacherin: Der German Kata Cup des Bundestrainers für alle Landes- und Kadermitglieder des Deutschen Karate Verbandes (DKV) – das Kata Prestigeturnier in Deutschland. Verpflichtend für die Turnierteilnahme war ein vorheriges, zweitägiges Bundeskadertraining in Maintal bei Frankfurt am Main, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Das harte Training, die hohen Erwartungen, gepaart mit der Bruthitze in der Halle, hinterließen dann bei allen Sportlern deutliche Spuren. Nur wenigen gelang es während der Meisterschaft ihre Top-Leistung abzurufen – Hanna gehörte zu ihnen. Am Ende entschieden Kraft und mentale Stärke mehr denn filigrane Technik und Schnelligkeit, dass wusste Hanna für sich zu nutzen: „Durch das Aufbautraining war meine Kraft, im Gegensatz zu meiner sonst auch vorhandenen Schnelligkeit, schon fast wieder voll da.“ Runde um Runde entschied sie für sich, kämpfte ich hartnäckig nach vorne – verdienter Lohn am Ende: Die Goldmedaille in der Disziplin Kata weiblich U18. Jetzt geht es für Hanna erst einmal in die Wettkampf-Sommerpause, nicht jedoch in eine Trainingspause: “Ich muss mich noch weiter aufbauen, mich weiterentwickeln und mich auf mein Fernziel vorbereiten.“. Und das lautet: Einzel- und Teamteilnahme bei den Weltmeisterschaften 2020 in Tokyo. Und wer den eisernen Willen von Hanna kennt, der weiß, dass dieses Fernziel kein Traumziel ist.

JCB

 


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