figes Team an, gemeinsam organisieren sie vom Wettkampfbüro aus die vielen Entscheidungen im Einzel und Doppel bei Frauen, Männern oder zusammen. „Es läuft heute trotz der heißen Be- dingungen ganz gut, der Zeitplan passt, nachdem wir gestern etwas drüber waren“, sagt Platzer. Im Einzelwettbewerb wurden die Athleten anhand der drei Tage andauernden Klassifizierung in 14 männliche Leistungsgruppen zu je vier Spie- lern eingeteilt, bei den Damen in vier Gruppen mit je vier Athletinnen. Aktuell sind die Halbfinal- matches in vollem Gang, im Tagesverlauf folgen dann schon erste Endspiele und Siegerehrungen – auch für LSVS-Mitarbeiter Christof Olbrich, der sich beim Heimspiel-Höhepunkt sogar doppelt freuen darf. Sowohl im Einzel als auch im Her- rendoppel mit dem Heidelberger Cedric Rüter er- reicht er das Finale, am Ende gewinnt der für den Special Olympics Saarland-Sportverein startende Olbrich seine nächsten Silbermedaillen, nachdem er bei den Weltspielen 2023 in Berlin Rang zwei im Herrendoppel belegt hatte. Gute Entwicklungen auf Vereinsebene – Special Olympics-Großereignisse als Leuchttürme, die anschieben Da hat sich die Schinderei im Merziger „Glutofen“ auf dem roten Sand beim TC Schwarz-Weiß doch gelohnt. „Viel Arbeit, viel Hitze“, pustet Peter Landisch kurz durch und lächelt. Er ist ein ab- solutes Urgestein der Special Olympics, hat seit seinem Einstand bei den Nationalen Spielen 2002 in Frankfurt am Main alle bundesdeutschen Groß- ereignisse hautnah miterlebt und im Tennis mitgestaltet. „Seit 25 Jahren trainiere ich Menschen mit geistiger Behinderung im Tennis. Es sind meine zwölften Na- tionalen Spiele, ich habe alle seit 2002 mitgemacht“, verrät der Vorgänger von Nina Platzer als Tennis-Koordina- tor beim deutschen SO-Dachverband, der das Amt 2024 nach vielen Jahren abgab. Inzwischen ist er Regional- koordinator für Special Olympics Bayern, nachdem er den Lan- desverband im Jahr 2004 selbst mitgegründet hatte. Er unterstützt darüber hinaus die nationale Arbeits- gruppe (AG) Tennis bei der Koordination der Angebote für Menschen mit geistiger Beein- trächtigung. „In Frankfurt haben wir 2002 mit 43 Athleten angefangen, hier sind es 115“, hält er fest und verweist auf das 2023 im Jahr der Welt- spiele gefasste Vorhaben, die Athleten mit Be- hinderung so weit wie möglich „aus ihrer Welt #special olympics 33 in die Vereinswelt“ zu überführen – was in der jüngeren Vergangenheit erfreulich oft gelungen sei. „Die Weltspiele 2023 in Berlin waren in der Hinsicht ein Leuchtturmprojekt, sie haben dieser Entwicklung einen ungeheuren Schub gegeben“, erklärt Landisch. Ein neuerlicher Schub für die Inklusion und nachhaltige Effekte sollen auch von den ersten Nationalen Spielen im Saarland ausgehen. Für Theis Glane aus Osnabrück in Niedersachsen sind es die allerersten. Seit drei Jahren spielt der 14-Jährige Tennis, in Merzig kann er auf großer Bühne zeigen, was er in dieser Zeit im Training al- les erarbeitet und gelernt hat. Die ersten Tage im Saarland hätten ihm gut gefallen, sagt Theis. Na- türlich habe er sich gefreut für Alexander Zverev, als der deutsche Tennisstar und eines seiner Vor- bilder mit dem Sieg bei den French Open in Paris kürzlich den ersehnten ersten Grand Slam-Titel gewinnen konnte. Er selbst feierte mit der Bron- zemedaille bei den Landesspielen in Niedersach- sen im September 2025 einen schönen Erfolg, der ihm auch die Qualifikation für Merzig beschert hat. Dort kommt auf der Anlage des TC Schwarz- Weiß kein weiteres „Edelmetall“ hinzu, aber allein die Teilnahme sei schon ein Erfolg für ihn, meint Theis. Der Olympische Gedanke stehe bei ihrem Sohn generell hoch im Kurs, bestätigt Mutter Do- rothe: „Er möchte einfach nur mit anderen Ten- nis spielen, einfach nur dabei sein“, sagt sie und lobt das Turnier als „super organisiert“, während Volker Glane, der eher vom Fußball kommt, es ge- nießt, seinen Sohn beim Tennis zu sehen. „Er ist happy, das ist das Wichtigste. Und er findet hier schnell Anschluss und Kontakte“, sagt der stolze Papa. In der Heimat spielt Theis Glane beim TC Oe- sede, der inklusive Aktionstage für Kinder und Er- wachsene mit Handicap durchführt. Neben Tennis für geistig Beeinträchtigte zählen Rollstuhltennis, Blinden- und Sehbehindertentennis sowie Gehör- losentennis zum Angebot des Vereins aus Georgs- marienhütte. Gewinnen fühlt sich gut an, doch zuallererst zählt der Olympische Gedanke Nik Müller spielt seit fünf Jahren Tennis beim TC Weiss-Rot 1897 Speyer und damit bei einem weiteren Verein, der es als selbstverständlich an- sieht, allen Mitgliedern unserer Gesellschaft Teil- habe, einen Zugang zum Sport zu ermöglichen. In- klusive Tennistage in Kooperation mit dem Special Olympics-Landesverband Rheinland-Pfalz finden beim TC Weiss-Rot seit 2015 statt. Claus Majolk ist seit jeher hauptverantwortlich für die Organisa- tion des Ganzen. Der selbstständige Tennistrainer ist bei SO Rheinland-Pfalz Tennis-Landeskoordi- nator und Vizepräsident für „Unified Sports“, der Menschen mit und ohne Behinderung im Wettbe- werb vereint. Er ist zudem Referent für Inklusion beim Tennisverband Rheinland-Pfalz, Vorstand für Inklusion beim BASF Tennisclub Ludwigshafen und war Headcoach des deutschen Tennisteams bei den Weltspielen 2023 in Berlin. Majolk hat viele Menschen mit Beeinträchtigung überhaupt erst zum Sport gebracht. So auch Mehtap Özgül, die noch während ihrer Schulzeit an der Pestaloz- zi-Schule Speyer mit mehreren Mitschülern zum Tennistraining eingeladen wurde und jetzt, mit 29 Jahren „schon ein alter Hase“ ist, wie die ehe- malige Athletensprecherin von SO Rheinland-Pfalz lächelnd über sich sagt. Als Tennisspielerin mag sie vor allem „das Gefühl zu gewinnen, aber auch, dass man einfach nur Spaß zusammen hat. Und den gegenseitigen Respekt“, erklärt Mehtap Özgül. Athletensprecherin sei sie geworden, „weil es mir ein Anliegen ist, dass ich mich für unsere Sportler einsetze und sie unterstütze.“ Das tut in Speyer mit dem RC Vorwärts ein weiterer Verein, der wö- chentlich eine inklusive Laufgruppe für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung und ein Para- Boccia-Training anbietet. Zwei Trainer seien ge- rade als „Volunteers“ bei den Boccia-Wettbewer- ben der Nationalen Spiele in Saarbrücken im dem französischen Boule nahen Sport im Einsatz, be- richtet Sabine Müller. „Wir sind in Speyer gut auf- gestellt, was inklusive Angebote angeht“, betont die Mutter von Tennis-Teilnehmer Nik. Gut auf- gestellt sind auch die Wettkämpfe in Merzig, wo die große Hitze allen Beteiligten zeitweise zwar zu schaffen machte – wo das große Fest der Inklusi- on in den Hilbringer Saarwiesen dennoch an allen sechs Tagen für tollen Sport, fairen Sportsgeist, große Emotionen und beste Stimmung sorgte. /// 3 | 2026 << SaarSport