#special olympics 55 ganz Großem mitwirken darf“, findet Kuhn. Ein Gemeinschaftsprojekt, zu dem jeder Einzelne seinen Beitrag leisten kann und sollte, wie Hübner sagt: „Die Spiele leben einfach davon, dass sich alle in der Sache engagieren wollen� Dass wir alle zeigen wollen: Wir sind gute Gastgeber im Saar- land und freuen uns sehr über unsere Gäs- te und Athlet*innen�“ Die Arbeit vor Ort in den Partnerkommunen sei elementar für den Erfolg des Großereignisses� Entspre- chend hebt Hübner die Tätigkeit von Lina Nieschlag hervor, die im Bereich Merchan- dising wirkt, sich dabei um die Standkon- zepte bei den Veranstaltungen im ganzen Saarland sowie die Werbemaßnahmen für die Sportstätten, Kommunen und die Lan- desregierung kümmert� Im Rahmen der Special Olympics Roadshow ist sie dabei mit dem Erlebnismobil unterwegs� „Was sie macht, sieht auf Papier recht wenig aus – ist aber das Herzstück der Kampag- ne, denn Lina sorgt dafür, dass wir vor Ort sichtbar sind“, so Hübner� Persönliche Berührungspunkte mit dem Thema habe sie anhand ihres regelmäßi- gen Lauftrainings bei den LTF Theeltal, wo jeder willkommen und das Training sehr offen und inklusiv gestaltet sei� Die Poli- zeikommissarin, ehemalige Top-Triath- letin und Mitglied der Sportfördergruppe der Polizei, verrät: „Ein Sportler, mit dem ich dort oft laufe, ist inzwischen für die Nationalen Spiele qualifiziert. Das freut mich besonders, weil er und sein Vater mit unglaublich viel Herzblut dabei sind und wir in engem Kontakt stehen� Er hat sich durch den Sport super entwickelt – ich freue mich immer sehr, zu sehen, mit wie viel Ehrgeiz er dabei ist�“ Den Spitzensport musste Nieschlag krankheitsbedingt hin- ter sich lassen, doch der Sport bleibt „ein großer Teil in meinem Leben“, betont sie� Einerseits als Triathlon-Trainerin, dazu durch ihre Arbeit für die Geschäftsstelle, wo sie jeweils ihre Erfahrungen weiter- geben kann� „Sport kann nicht nur Türen öffnen, sondern auch Barrieren abbauen“, weiß Nieschlag genau – und freut sich bei den Spielen vor allem auf das Miteinander� „Gerade die Merchandising-Artikel in dem Zusammenhang „laufen“ sehr gut� Jeder fragt danach, will die Sachen unbedingt haben – daher wird es zukünftig einen On- line-Shop über den LSVS geben“, berichtet Julia Hübner� Was alle mit Blick auf ihren Aufenthalt drin- gend benötigen, ist eine Bleibe für die Zeit im Saarland – und anknüpfend möglichst wenig Aufwand, um von A nach B zu gelan- gen� Beides sind Verantwortungsbereiche von Milly Dell, die seit Mitte letzten Jahres neu im Team dabei ist: „Unterstützung der Delegationen bei der Suche nach geeigne- ten Unterkünften, sowie bei der Erstellung eines Mobilitätskonzepts mit dem ÖPNV für die Dauer der Nationalen Spiele“, er- läutert sie ihre Tätigkeiten� Diese Bereiche „Transport, Verkehr und Unterbringung“ lag laut Hübner lange brach� Zuletzt nahm alles dahingehend aber mächtig Fahrt auf� „Das Thema Transport ist sehr span- nend – Herausforderung pur� Wir arbeiten da eng mit den öffentlichen Verkehrsbe- trieben und dem Umwelt- und Mobilitäts- ministerium zusammen“, erklärt Dell� Die meisten Gäste kämen mit Minibussen oder anderen Fahrzeugen und suchten sich tendenziell eine Unterkunft nahe ihrer je- weiligen Wettkampfstätten� Eine Auswer- tung habe just gezeigt, dass 54 Prozent auf private Möglichkeiten in Verbindung mit dem ÖPNV setzen� 27 Prozent seien es zuletzt gewesen, die nur den ÖPNV nut- zen� „Wir brauchen für die Spiele ein paar Sonderlinien, haben mit dem ÖPNV aber ein Konzept erarbeitet, das eine sehr gute Grundlage darstellt – auch im Einklang mit unserem Budget“, erklärt Dell� Sie selbst entstamme dem Bereich Kom- munikation und Hotellerie, wisse daher bestens: „Es ist von enormer Bedeutung, dass die Delegationen gut aufgehoben und sich während der Nationalen Spiele im Saarland bestens betreut fühlen�“ Dell leistet da mit ihren Empfehlungen und der Unterstützung bei der Suche einen gro- ßen Beitrag� Die Ansprüche sind so unter- schiedlich wie die tatsächliche Unterbrin- gung, über die Dell sagt: „Von Gästen, die privat bei Familien im Haus unterkommen, bis hin zum Fünf-Sterne-Hotel ist alles da- bei�“ Gerade habe sie eine Rückmeldung einer Gruppe erhalten, die sich auf dem Campingplatz in Gersheim eingemietet hat� Andere bedankten sich herzlich, dass sie noch nie eine so tolle Unterkunft hat- ten� Es seien zwar noch nicht alle erwarte- ten Gäste untergebracht, man sei aber „auf einem guten Weg“, meint Dell, die lächelnd versichert: „Es muss keiner unter der Brü- cke schlafen, so viel kann ich garantieren�“ Trotz der Herausforderungen in ihrem Be- reich bekräftigt sie: „Du bekommst da auch unheimlich viel Positives zurück�“ Gerade bei Unterkunft und Verkehr „merkt man am meisten, wie sehr man auf externe Partner angewiesen ist� Auf Leute, die mit- spielen, diese Sache gut finden und kons- truktiv unterstützen wollen“, sagt Hübner� Unterstützung erhalte man unter anderem von der Tourismuszentrale, vom DEHOGA Saarland, dem City-Marketing Saarbrücken oder aus den Kommunen, verrät Dell� Sie hält darüber hinaus für sich selbst fest: „Special Olympics ist eine ganz neue Erfahrung und stellt zu diesem Zeitpunkt in meinem Leben eine neue Herausforderung und gleichzeitig eine wahre Bereicherung dar�“ Die Nationa- len Spiele sieht sie dabei als Chance für alle, die es entsprechend zu nutzen gilt: „Jeder kann seinen Beitrag leisten, dass unsere Ge- sellschaft toleranter und offener allen Men- schen gegenüber wird und bleibt�“ Und zwar nicht nur bis zu den Nationalen Spielen von Special Olympics im Saarland, sondern über diesen Höhepunkt im Juni hinaus� „Die Kam- pagne soll nicht mit Ende der Spiele vorbei sein, sondern weitergehen� Das Saarland lebt vom Dabeisein, das ist unsere DNA� Und auch Inklusion lebt davon, dass alle dabei sind“, sagt Hübner� Die besondere Dynamik der Or- ganisation dieses Großereignisses lasse sich gut an einem Projekt festmachen, das für sie und fast alle im Team des Innenministeriums eine Herzensangelegenheit ist – ein Kinder- buch zum Thema Sport und Inklusion� „Es geht grob darum, Kindern von vier bis neun Jahre die Werte von Special Olympics und das Thema Inklusion zu vermitteln, textlich und illustrativ“, erläutert Hübner� Tenor da- bei: „Es gibt für jeden Menschen einen Ort, an dem er mit seinen Fähigkeiten richtig ist�“ Ein solcher Ort sind die ersten Nationalen Spiele im Saarland� Das Kinderbuch sei „eine richti- ge Teamarbeit gewesen“, sagt Milly Dell voller Stolz – und mit richtiger Teamarbeit werden ihre Kollegen und sie dafür sorgen, dass die Premiere ein voller Erfolg wird� In erster Li- nie für die Athlet*innen, deren Spiele es vor allem sind – aber auch für die Gesellschaft als Ganzes� /// 1 | 2026 << SaarSport Das Saarland lebt vom Dabeisein